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Yasu Sasamoto
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Yasuaki 'Yasu' Sasamoto absolvierte 1975 ein Architekturstudium an einer japanischen Universität. Unmittelbar danach verbrachte er zwei prägende Jahre in den Vereinigten Staaten, wo er die Industriedesignkultur des post-counterkulturellen Amerikas aufnahm, bevor er 1977 nach Japan zurückkehrte. Diese Jahre im Ausland hinterließen einen sichtbaren Eindruck: Seine späteren Möbelarbeiten verbargen nie die Konstruktion.
Nach 1978 verlagerte Sasamoto seinen Schwerpunkt auf Produkt- und Möbeldesign. Eine kurze Zeit, in der er von 1984 bis 1987 Uhren für ein Schweizer Unternehmen entwarf, schärfte seine Aufmerksamkeit für Präzision und Materialökonomie. 1989 gründete er in Japan die Dulton Company Ltd., einen Hersteller und Händler von Haushaltswaren, der zum Vehikel für seine beständigsten Designs werden sollte.
Sasamotos bekannteste Stücke sind seine Stahlhocker, die seit den 1970er Jahren für Dulton produziert werden. Der Wisdom Tooth Hocker, entworfen 1988, nimmt seine organische, abgerundete Sitzform direkt von einem menschlichen Backenzahn – ein skulpturaler Witz, der auch einen wirklich bequemen, stapelbaren Stuhl ergibt. Der Lotus Hocker funktioniert ähnlich: sichtbar verschraubte Stahlkonstruktion, eine Sitzfläche, die eher von der Funktion als von der Dekoration geprägt ist. Beide Designs spiegeln eine architektonische Denkweise wider, die Verbindungspunkte und Strukturelemente als Teil der visuellen Sprache behandelt und nicht als etwas, das unter Polsterung versteckt werden muss.
Sein zusammenklappbarer Sattelhocker – ein Traktorsitz aus Edelstahl auf einem Klappgestell – bewegt sich in einem anderen Register, näher an utilitären skandinavischen Landmaschinen als am japanischen Minimalismus, und deutet die Breite seiner Bezugspunkte an. Die Stücke besetzen ein Niemandsland, das sich nicht sauber in eine einzige Designbewegung einfügen lässt: zu verspielt für strengen Funktionalismus, zu rigoros für postmoderne Dekoration.
Auf dem nordischen Sekundärmarkt zirkulieren Sasamotos Dulton-Stücke stetig unter Händlern und Sammlern von Vintage-japanischem Design. Seine Hocker erscheinen bei skandinavischen Auktionshäusern wie Stockholms Auktionsverk, Göteborgs Auktionsverk und Bukowskis sowie über dänische Plattformen wie Palsgaard Kunstauktioner, die den größten Anteil an Auctionist-Listings ausmachen. Der stärkste verzeichnete Verkauf in unseren Daten ist ein zusammenklappbarer Sattelhocker, der 2.851 SEK erzielte. Die Preise spiegeln eher den Zustand und die Seltenheit des Modells als allein die Bekanntheit des Namens wider.