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Wilhelm Wagenfeld
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Wilhelm Wagenfeld wurde am 15. April 1900 in Bremen geboren und verbrachte seine prägenden Jahre in den handwerklichen Traditionen der deutschen Industrie. Er absolvierte eine Ausbildung zum Industriegravierer in der Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld und besuchte die Bremer Kunstgewerbeschule, bevor er 1923 ans Bauhaus in Weimar kam. Dort trat er der Metallwerkstatt unter László Moholy-Nagy bei und etablierte sich schnell als einer der technisch versiertesten Schüler der Schule.
1924 schufen Wagenfeld und sein Kommilitone Karl J. Jucker eines der meistverbreiteten Objekte des 20. Jahrhunderts: eine Tischlampe, bestehend aus einem halbkugelförmigen Opalglas-Schirm, einem transparenten Glasrohr und einem runden Fuß. Die Lampe WA 24 war als Übungsaufgabe konzipiert, doch ihre klare Geometrie und der ehrliche Materialeinsatz machten sie zu einem bleibenden Statement über die Möglichkeiten der industriellen Produktion. Wagenfeld blieb nach seinem Studium mit der Weimarer Schule verbunden und wurde 1928 schließlich Leiter der Metallwerkstatt.
Von 1930 bis 1934 arbeitete er für das Jenaer Glaswerk Schott und Genossen und entwickelte hitzebeständige Borosilikatglasprodukte wie Teekannen, Kaffeebereiter und Tassen, die funktionale Strenge mit visueller Klarheit verbanden. Seine Kubus-Vorratsbehälter von 1938 für die Lausitzer Glaswerke – ein stapelbares System von Glasgefäßen mit quadratischem Grundriss – wurden ein kommerzieller Erfolg und sind bis heute in Produktion. Im selben Jahr entwarf er ein schlichtes Teeservice, das ebenfalls ununterbrochen hergestellt wird.
Nach dem Krieg gründete Wagenfeld 1954 in Stuttgart die Versuchs- und Entwicklungswerkstatt für Industriemodelle, eine Beratungsfirma, die bis 1978 bestand und Kunden wie WMF, Rosenthal, Braun und Lufthansa betreute. Seine Zusammenarbeit mit WMF von 1950 bis 1977 brachte einige seiner am weitesten verbreiteten Entwürfe hervor, darunter die Salz- und Pfefferstreuer Max und Moritz sowie umfangreiche Besteckserien. Sein Ansatz war durchweg derselbe: Objekte sollten erschwinglich, gut gemacht und frei von unnötiger Dekoration sein. Er erhielt 1957 den Grand Prix auf der Mailänder Triennale, und seine Arbeiten hatten bereits 1937 zwei Grand Prix auf der Pariser Exposition Internationale gewonnen. Er starb am 28. Mai 1990 in Stuttgart. Das 2000 eröffnete Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen widmet sich seinem Erbe.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt ist Wagenfeld fast ausschließlich durch seine Lampenentwürfe vertreten. Die Datenbank verzeichnet 38 Objekte in Häusern wie Colombos, Quittenbaum und Stockholms Auktionsverk. Die Tischlampe WG 24 dominiert das Angebot, mit erzielten Spitzenpreisen von rund 4.000-4.300 SEK für Original- oder Tecnolumen-Exemplare. Die Kategorien teilen sich hauptsächlich auf in Tischlampen (14 Objekte) und Glas (10 Objekte), was die beiden Hauptstränge seines Schaffens widerspiegelt. Die konstante Preisspanne deutet auf eine stetige Samlernachfrage ohne signifikante Spekulation hin.