
KünstlerSwedish
Wilhelm Henning
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Edvin Wilhelm Henning wurde am 23. Mai 1899 in Stockholm geboren und starb am 13. Juli 1955 in Askim, einem damals südlich von Göteborg gelegenen Küstenort, wo er sich in seinen späteren Jahren niedergelassen hatte. Sein Leben schlug für einen schwedischen Künstler seiner Generation einen ungewöhnlich weiten Bogen: von den Ateliers der Stockholmer Akademie über die Ecole des Beaux-Arts in Paris, durch Jahre in Hollywood, wo er für Filmstudios arbeitete, und über ausgedehnte Aufenthalte in Nord- und Südamerika, bevor er sich in den Vierzigern fast ausschließlich den Straßen Göteborgs zuwandte.
Henning studierte 1921 und 1922 an der Konstakademien in Stockholm, Teil einer Generation, die vom strengen technischen Lehrplan der Akademie geprägt war, sich aber zunehmend von dem, was in Paris und darüber hinaus geschah, angezogen fühlte. Seine formale Ausbildung schloss er an der Ecole des Beaux-Arts in Paris ab. Die Zeit in Südamerika erwies sich als entscheidend: Die Plastizität und die Farbbeziehungen der lateinamerikanischen Moderne hinterließen einen deutlichen Eindruck davon, wie er später Licht und Fläche in seinen kleinformatigen Tafelbildern von Göteborg organisieren würde.
Die Hollywood-Jahre sind ein ungewöhnliches Kapitel. Er arbeitete als Bildhauer in der Filmindustrie, ein Handwerk, das sowohl Schnelligkeit als auch Beherrschung dreidimensionaler Formen im Dienste der Illusion erforderte. Ob dieser Umweg seinen skulpturalen Instinkt verstärkte oder einfach nur Einkommen während einer Übergangszeit bot, er hinterließ ihm technische Gewandtheit in beiden Medien. Sein patiniertes Gips-Kopf - eines der 11 Objekte in der Auctionist-Datenbank - ist eine Erinnerung daran, dass er neben seiner Malerei ein Bildhauer blieb.
Als er nach Schweden zurückkehrte und sich in der Nähe von Göteborg niederließ, erfand Henning seine eigenen Sujets praktisch neu. Er stellte seine Gemälde erst 1940 öffentlich aus und debütierte auf der Fortuna Konsthandel in Stockholm. Von da an wurde die Straße Göteborgs zu seiner Signatur. Die Gemälde sind durchweg kleinformatig und von intimer Stimmung: Straßenbahnschienen, die den Blick in enge städtische Korridore ziehen, Dachwinkel vor blassem nordischem Himmel, die besondere Textur des älteren Gebäudebestands Göteborgs. Der Einfluss der südamerikanischen Moderne zeigt sich in einer gewissen Ebenflächigkeit der Fläche und einer Wärme des Tons, die sein Werk vom kühleren Göteborg-Regionalismus seiner Zeitgenossen unterscheidet.
Öffentliche Anerkennung erlangte er durch dauerhafte Installationen statt durch Galeriepreise. Die von Henning für die Zentrale der schwedisch-amerikanischen Reederei Transatlantic in Göteborg ausgeführten Reliefs platzierten seine Werke in einem der bedeutenden kommerziellen Gebäude der Stadt aus der Zwischenkriegszeit. Das Moderna Museet in Stockholm beherbergt sowohl ein Gemälde als auch eine Skulptur, eine doppelte Repräsentation, die die Breite seines Schaffens widerspiegelt.
Auf dem Sekundärmarkt werden Hennings Werke durchgehend über Göteborgs Auktionsverk verkauft, das 10 der 11 Objekte in der Auctionist-Datenbank ausmacht. Die Preise reichten von rund 1.364 SEK für eine Figurenszene bis zu 2.681 EUR für 'Gatubild Göteborg', wobei mehrere Göteborg-Straßenmotive auf der Göteborg-Auktion im Dezember 2025 über 2.000-2.600 EUR erzielten. Die Straßenbahn-Motivtafeln ziehen besonderes Interesse auf sich. Alle Objekte sind als Öl auf Tafel oder Öl auf Leinwand aufgeführt, wobei eine patinierte Gips-Skulptur die Bestände abrundet.