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Villeroy & Boch
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Nur wenige Keramikunternehmen können ihre Ursprünge auf eine Benediktinerabtei an der Saar zurückführen. Villeroy & Boch hat seinen Sitz in einem davon, dem ehemaligen Kloster in Mettlach, Deutschland, wo Jean-Francois Boch 1809 ein für seine Zeit revolutionäres mechanisiertes Geschirrproduktionssystem installierte. Doch die Geschichte beginnt noch früher. Im Jahr 1748 gründete der Eisenmeister Francois Boch mit seinen drei Söhnen eine Töpferei im winzigen lothringischen Dorf Audun-le-Tiche. Bis 1766 hatte sein Sohn Pierre-Joseph eine Lizenz der österreichischen Regierung erhalten, um in Septfontaines in Luxemburg eine Fayencefabrik zu bauen, was den Grundstein für ein Keramikimperium legte.
Die andere Hälfte des Namens kam durch Nicolas Villeroy, der 1791 seine eigene Steingutfabrik in Wallerfangen gründete. Die beiden Familien, jahrzehntelang Konkurrenten im Keramikhandel der Saarregion, fusionierten 1836 ihre Betriebe zur Villeroy & Boch. Das fusionierte Unternehmen vereinte Bochs technische Innovationen in der mechanisierten Produktion mit Villeroys Handelsnetzwerken und schuf so ein Unternehmen, das in großem Maßstab produzieren und gleichzeitig künstlerischen Anspruch wahren konnte.
Die Mettlacher Fabrik wurde zum schlagenden Herzen des Betriebs und gab einer ganzen Sammelkategorie ihren Namen. "Mettlacher Krüge", die ab den 1880er Jahren hergestellten, dekorierten Steinzeug-Bierkrüge, gehören zu den begehrtesten Stücken deutscher Keramik. Die Fabrik entwickelte markante Techniken, darunter Chromolith (geätzte und gravierte Dekoration), PUG (druckunterglasur) und Phanolith, ein von dem Keramiker Jean-Baptiste Stahl erfundener, transluzenter Porzellankörper, der Eigenschaften von Jasperware und Pate-sur-Pate vereinte. Fliesen waren ebenso wichtig; bis ins späte 19. Jahrhundert waren Millionen Quadratmeter Villeroy & Boch Fliesen in Kirchen, Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden in ganz Europa verlegt worden. Der Boden des Kölner Doms bleibt eine ihrer prestigeträchtigsten Aufträge.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts expandierte Villeroy & Boch in die Badkeramik und Kristallglasherstellung, während die Geschirrproduktion fortgesetzt wurde. Serien wie "Amapola", "French Garden", "Indian Look" und "Basket" wurden zu Standardprodukten europäischer Esstische. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mettlach agiert als börsennotierter Konzern und hat zwei Weltkriege, mehrere Grenzänderungen (Mettlach war zu verschiedenen Zeiten französisch, preußisch und deutsch) und tiefgreifende Veränderungen in der europäischen Keramikindustrie überstanden. Die luxemburgische Fabrik in Septfontaines, wo die Ambitionen der Familie Boch erstmals industrielle Form annahmen, wurde 2010 geschlossen.
Auf nordischen Auktionen tauchen Villeroy & Boch Keramik und Glaswaren regelmäßig bei Häusern wie Formstad Auktioner, Stockholms Auktionsverk, Helsingborgs Auktionskammare und Sodersens Auktionshus auf. Vollständige Service erzielen die höchsten Preise, wobei Sets wie "Indian Look" 6.000 SEK und "Amapola" Services rund 5.200 SEK erreichen. Die 193 Objekte auf Auctionist umfassen Porzellan-Geschirr, Kristallglas und gelegentliche Dekorationsstücke, was die breite Anziehungskraft der Marke bei skandinavischen Haushalten widerspiegelt, die Villeroy & Boch seit langem sowohl für den täglichen als auch für den festlichen Gebrauch bevorzugen.