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Verner Panton

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Der Panton Chair hat keine Beine. Er hat keine Gelenke, keine Schrauben, keinen separaten Sitz oder Rückenlehne. Er ist eine einzige, durchgehende S-Kurve aus Kunststoff, und als er 1967 erstmals produziert wurde, war er anders als alles, was die Möbelwelt bis dahin gesehen hatte. Dass er von einem Dänen geschaffen wurde, aus dem Land des Teakholzes und der Tischlerei, von Wegner und Juhl, verstärkte den Schock nur noch. Verner Panton war der prächtige Rebell des dänischen Designs.

Verner Panton (13. Februar 1926 – 5. September 1998) wurde in Gamtofte auf der Insel Fünen, Dänemark, geboren. Er studierte Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und schloss sein Studium 1951 ab. Seine ersten Berufsjahre, 1950-1952, verbrachte er im Büro von Arne Jacobsen, dem Meister der dänischen Moderne. Doch wo Jacobsen die Tradition verfeinerte, wollte Panton sie sprengen. Er wurde schnell als "enfant terrible" bekannt, eröffnete sein eigenes Design- und Architekturbüro und produzierte radikale Vorschläge, darunter ein zusammenklappbares Haus (1955) und ein Kunststoffhaus (1960).

In den frühen 1960er Jahren zog Panton in die Schweiz, von wo aus er das europäische Design neu gestalten sollte. Seine Skizzen für einen einteiligen Spritzguss-Kunststoffstuhl stammten aus den 1950er Jahren, aber kein Hersteller wollte sie anfassen, bis er Willi Fehlbaum von Vitra traf. Ihre Zusammenarbeit brachte den Panton Chair hervor, der 1967 vorgestellt wurde und der erste kommerziell produzierte einteilige Spritzguss-Kunststoffstuhl der Welt war. Er wurde in die ständige Sammlung des MoMA aufgenommen und wurde zu einem der meistverbreiteten Bilder in der Designgeschichte.

Panton's Vision reichte weit über Möbel hinaus. Seine Flowerpot-Lampe (1968), entworfen für Louis Poulsen, fing die Flower-Power-Ära in zwei lackierten Metallhalbkugeln ein, die ein weiches, blendfreies Licht erzeugen. Die Panthella-Lampe (1971), ebenfalls für Louis Poulsen, mit ihrer Pilz-Silhouette und dem opalisierenden Schirm, wurde ebenso ikonisch. Sein Heart Cone Chair, Wire-Möbel und die immersiven "Visiona"-Installationen für Bayer, Gesamtkunstwerke in psychedelischen Farben, trieben das Design in ein Territorium, das teils Architektur, teils Skulptur, teils Happening war.

Panton arbeitete mit gleicher Meisterschaft in den Bereichen Möbel, Beleuchtung, Textilien und Innenarchitektur, stets angetrieben von einer Obsession für Farbe, neue Materialien und räumliche Erfahrung. Seine Farbpalette, knallige Pinktöne, elektrische Orangen, tiefe Violetttöne, war in einer Ära, in der skandinavisches Design gedämpfte Töne und natürliche Materialien bedeutete, ungeniert kühn.

Seine Werke sind in bedeutenden Museumssammlungen weltweit vertreten, darunter das MoMA, das V&A und das Vitra Design Museum. Auf dem nordischen Auktionsmarkt sind Panton-Stücke unter anderem bei Stockholms Auktionsverk Düsseldorf, Bukowskis Stockholm und Palsgaard Kunstauktioner zu finden. Seine Panthella-Lampen haben über 9.000 EUR erzielt, während der Panton "Peacock Chair" für über 9.000 EUR verkauft wurde. Mit 216 Losen auf Auctionist, die Beleuchtung, Stühle und Dekorationsgegenstände umfassen, spiegelt der Markt die gesamte Bandbreite seines Designschaffens wider.

Bewegungen

Space Age DesignPop DesignDanish Modern

Medien

FurnitureLightingTextilesInterior Design

Bemerkenswerte Werke

Panton Chair1967injection-moulded plastic
Flowerpot lamp1968lacquered metal
Panthella lamp1971acrylic and steel

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