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Ulf Wahlberg
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Ulf Wahlberg wurde am 31. August 1938 in Stockholm geboren und wuchs in einem Schweden auf, das noch von der Sparsamkeit der Nachkriegsjahre geprägt war. Er schloss 1955 eine kaufmännische Reifeprüfung ab und arbeitete mehrere Jahre als Bürokaufmann, bevor der Ruf der Kunst unwiderstehlich wurde. Er schrieb sich an der Stockholms målarskola und später an der Kungliga Konsthögskolan ein, wo er von 1961 bis 1966 studierte. Seine frühe Ausbildung stellte ihn in die Nähe der schwedischen Konkretisten, deren geometrische Abstraktion damals die progressive Kante der schwedischen Malerei darstellte.
Alles änderte sich, als Wahlberg 1965 zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten reiste. Drei Monate in Amerika brachten ihn mit einer visuellen Landschaft in Berührung, auf die die schwedische Abstraktion ihn nicht vorbereitet hatte: die Größe amerikanischer Städte, das Chrom geparkter Autos unter Autobahnlichtern, die besondere Melancholie von Maschinen, die auf Parkplätzen und Feldern zurückgelassen wurden. Er kehrte mit neuem Sujet und einer neuen Beziehung zur Figuration zurück. Die Drag-Racer und Straßenszenen, die er Mitte der 1960er Jahre zu malen begann, waren keine direkten Pop-Art-Antworten auf die amerikanische Kultur. Es waren schwedische Begegnungen damit, gefiltert durch eine Sensibilität, die Zurückhaltung, Stille und die Qualität des Abendlichts schätzte.
Das Licht blieb das ordnende Prinzip von Wahlbergs Werk über seine vielen Phasen hinweg. In seinen neorealistischen Autogemälden ist es das Licht, das dem Chrom seine Melancholie verleiht. In seinen Stillleben werden spärliche Kompositionen, die von grau-blauen Tönen dominiert werden, durch eine einzige kontrastierende Farbe verankert, einen warmen Lampenschein oder einen Lichtstrahl aus dem Fenster. In seinen Fantasielandschaften, die zwischen 1974 und 1977 entstanden, wird das Licht atmosphärisch und instabil. 1981 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel Skrotbilar, mit einem Vorwort des Dichters Lars Forsell, das Ölgemälde, Aquarelle und Grafiken zum Thema Schrott und Obsoleszenz versammelte.
Wahlberg wurde von 1989 bis 1994 zum Professor an der Kunsthochschule in Umeå ernannt, eine Zeit, die sein Denken mit einer neuen Generation schwedischer Künstler in Kontakt brachte. Er starb am 26. Januar 2014 in Stockholm. Seine Werke sind in den ständigen Sammlungen des Nationalmuseum, Moderna Museet und Göteborgs Konstmuseum sowie des Norrköpings Konstmuseum vertreten. Auf Auktionen werden seine Gemälde in einem breiten Spektrum gehandelt: intime Nachtstücke in schwedischen Regionalhäusern erzielen niedrige Tausenderbeträge, während größere Gemälde mit starker Provenienz Ergebnisse im fünfstelligen Eurobereich erzielt haben. Die Galleri Mats Bergman in Stockholm vertritt weiterhin seinen Nachlass.