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Torsten Renqvist
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Torsten Renqvist wurde 1924 in Ludvika, in der schwedischen Region Kopparberg, geboren und entwickelte sich zu einer der markantesten Stimmen der skandinavischen Kunst der Nachkriegszeit. Seine Ausbildung führte ihn zunächst an Otte Skölds Malschule in Stockholm, dann von 1946 bis 1948 an die Königlich Dänische Kunstakademie in Kopenhagen und schließlich von 1948 bis 1950 an die Konstfackskolan in Stockholm. Die dänischen Jahre hinterließen einen bleibenden Eindruck, und sein Frühwerk nahm die Direktheit des nordischen Expressionismus auf, anstatt die geometrische Abstraktion, die damals einen Großteil der europäischen Avantgarde dominierte.
In den 1950er Jahren entwickelte Renqvist eine Malpraxis, die auf harten Farbkontrasten und rohen, energischen Pinselstrichen basierte. Seine Landschaften, oft von der kargen Erhabenheit der Lofoteninseln in Nordnorwegen inspiriert, vermittelten etwas Elementares und Ungelöstes, weit entfernt vom Dekorativen oder Harmonischen. In dieser Zeit schrieb er ausgiebig in schwedischen Kunstzeitschriften, argumentierte gegen die geometrische Abstraktion und beharrte darauf, dass Figuration und emotionale Direktheit immer noch etwas zu sagen hätten. Diese Schriften machten ihn ebenso zu einer polemischen Figur wie zu einem praktizierenden Künstler.
Druckgrafik und Radierung begleiteten seine Malerei von Beginn seiner Karriere an, und in diesem Medium wurde sein soziales Engagement am deutlichsten. Seine Radierreihe "Insurrektion", die auf den ungarischen Aufstand von 1956 reagierte, zog direkte Linien zwischen Politik und Bildgestaltung zu einer Zeit, in der viele Künstler formale Fragen historischen vorzogen. Die Werke waren unverblümt und unbehaglich in ihrer Darstellung von Gewalt und Widerstand.
Mitte der 1960er Jahre erfolgte eine Verlagerung hin zur Dreidimensionalität. Renqvist begann, Skulpturen aus Metall und Holz zu schaffen, wobei er eine bewusst grobe Technik anwandte, die seinen Objekten eine provisorische, handgefertigte Qualität verlieh. Die Oberflächen waren unpoliert, die Formen bewusst roh, näher an der Volkskunst als an den glatten Volumen zeitgenössischer Skulptur. Mehrere große öffentliche Aufträge folgten, darunter die Skulptur "Scarecrow" (1971), die in der Stadtbibliothek von Göteborg aufgestellt wurde.
1964 vertrat Renqvist Schweden auf der Biennale von Venedig, und 1974 widmete ihm das Moderna Museet in Stockholm eine große Retrospektive, beides Zeichen einer Karriere, die von anfänglicher Kontroverse zu institutioneller Anerkennung übergegangen war. Er arbeitete bis ins hohe Alter in Malerei, Druckgrafik und Skulptur und starb 2007 im Alter von 83 Jahren in Kummelnäs.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt ist Renqvists Werk regelmäßig vertreten, wobei die Hauptaktivität bei Stockholms Auktionsverk konzentriert ist, das 46 der 86 dokumentierten Lose aller Auktionshäuser bearbeitet hat. Sein Output an Gemälden und Arbeiten auf Papier bildet den Kern dessen, was verkauft wird, obwohl auch Skulpturen und Drucke gehandelt werden. Die am häufigsten gesuchten Werke sind diejenigen, die mit dem Motiv des Flugzeugfriedhofs verbunden sind; "Flygplanskyrkogard, skiss" erzielte 27.100 SEK und eine verwandte Version erreichte 16.100 SEK. Landschaften wie "Fjallbjorkar" wurden für rund 14.600 SEK verkauft. Die Preise für seine Werke bleiben im Verhältnis zu seinem institutionellen Profil bescheiden, was Raum für eine Neubewertung nahelegt.