
KünstlerSwedish
Sven Lingardsz
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Sven Lingardsz wurde 1944 in Ljungby, einer kleinen Stadt in Småland, geboren. Seine frühen Jahre waren von einem unkonventionellen Weg geprägt: Die Familie zog nach Los Angeles, wo er die Venice High School und das LA City College besuchte. Zurück in Schweden drängten familiäre Zwänge ihn zu einem Musikstudium in Malmö, doch er verkaufte sein Klavier und entschied sich stattdessen für die Kunst.
Mit 23 Jahren reiste Lingardsz durch Europa, verbrachte drei Jahre in Zürich und dann elf Jahre in Bregenz, Österreich. Während dieser Zeit arbeitete er als Kunstkonservator und Restaurator, eine Tätigkeit, die ihm ein tiefes Verständnis für historische Maltechniken und Materialien vermittelte. Diese Erfahrung prägte seine Praxis direkt: Er malt mit Ölharz auf Holztafeln (meist Eichenholz), eine Kombination, die Kunstkonservatoren mit Langlebigkeit und Farbkonstanz über Jahrhunderte hinweg verbinden. Sein Durchbruch als Künstler gelang ihm 1977, danach widmete er sich ganz seiner eigenen Arbeit.
Sein Schaffen umfasst zwei Hauptbereiche. Die Gemälde, ausgeführt in Ölharz auf Tafel, schöpfen aus einem symbolistischen und surrealen visuellen Vokabular. Bilder von zwischenmenschlichen Beziehungen, Alltagsgegenstände in unerwarteten Kontexten und Allegorien, die aus Sprüchen oder Redewendungen aufgebaut sind, wiederholen sich auf den Leinwänden. Er hat sein zentrales Anliegen als die Untersuchung menschlicher Beziehungen und des psychologischen Raums zwischen Menschen beschrieben. Seine grafischen Arbeiten nutzen das ursprüngliche Steinlithografie-Verfahren, eine über 200 Jahre alte Technik, und seine Farblithografien werden in limitierten, nummerierten Auflagen gedruckt. Werke wie "Sagoslott" (Märchenschloss), "Körsbärsfärgare" (Kirschfärber) und "Livets trädgård" (Garten des Lebens) tragen die gleiche traumähnliche Qualität wie die Gemälde.
Lingardsz erhielt mehrere Stipendien als Anerkennung seiner Arbeit, darunter das Ellen Trotzig Stipendium (1980), das Åse und Rickard Björklund Stipendium (1982) und das Ängelholms Künstlerfonds Stipendium (1999). Er gewann auch den ersten Preis bei der Triennale für figurative Kunst in Lyon, Frankreich, und erhielt die Goldmedaille der Accademia Italia delle Arti e del Lavoro. Ein lithografisches Diptychon mit dem Titel "Balanserat möte" (Ausgeglichenes Treffen) befindet sich im schwedischen Parlamentsgebäude (Riksdagshuset). Sein Atelier befindet sich in Hov, in der Nähe von Båstad im Nordwesten von Skåne.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt ist Lingardsz hauptsächlich über kleinere regionale Häuser vertreten. In unserer Datenbank sind 29 Objekte erfasst, wobei Helsingborgs Auktionskammare und Skånes Auktionsverk zu den aktivsten Verkäufern seiner Werke gehören. Seine Farblithografien aus den 1990er Jahren machen den Großteil der Auktionsauftritte aus, wobei die Preise typischerweise zwischen 300 und 700 EUR liegen. Ein signiertes Ölgemälde auf Tafel, "Nunnans och skökans (mar)dröm", erzielte bei einer Auktion 8.000 SEK und stellt damit das höchste verzeichnete Ergebnis in unserer Datenbank dar.