
KünstlerSwedish
Sven Gunnarsson
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Sven Gunnarsson war ein schwedischer Holzschnitzer, der eine ganze Tradition bemalter Volkskunstfiguren um eine einzige, warmherzig beobachtete Charakterriege formte: den Fischer, der seine Leine einholt, den Tramp mit seinem Bündel, den Politiker mitten in einer Geste. Mit Messer und Meißel, in einer Technik, die in der skandinavischen Flachschnittkunst verwurzelt ist, verlieh Gunnarsson jeder von ihm geschaffenen Figur trockenen Humor und ein scharfes Auge für Haltung und Typus.
Gunnarsson begann in den frühen 1930er Jahren mit dem Schnitzen von Holzfiguren. In diesen frühen Jahren arbeiteten er und sein Bruder Nils in Gröna Lund und Skansen – zwei der meistbesuchten Kulturstätten Stockholms –, wo ihre Figuren ein stetiges Publikum von Schweden und Touristen gleichermaßen anzogen. Die Kombination aus zugänglichen Motiven, technischem Können und feinem Witz schuf eine Fangemeinde, die die Werkstatt über Jahrzehnte hinweg trug.
1947 zog das Geschäft in ein festes Domizil in der Drottninggatan 77 im Zentrum Stockholms, wo Gunnarssons Gubbar – wie die Werkstatt und das Geschäft bekannt wurden – über siebzig Jahre lang betrieben wurden. Die Räumlichkeiten wurden zu einem erkennbaren Bestandteil des Stockholmer Stadtlebens. In den 1960er Jahren begann Svens Sohn Urban, neben ihm zu schnitzen, und seine Tochter Gisela kam hinzu, um die fertigen Figuren zu bemalen – der charakteristische letzte Schliff, der den Holzfiguren ihre lebendige, leicht theatralische Präsenz verlieh. Die familiäre Zusammenarbeit ermöglichte die Erweiterung des Motivspektrums: Neben den Figuren des einfachen Mannes wie Arbeitern, Jägern und Fischern entstand eine Reihe von politischen Porträts – Olof Palme, Tage Erlander, Thorbjörn Fälldin, Gunnar Sträng – und internationalen Persönlichkeiten, darunter Winston Churchill und Ronald Reagan.
Die Stücke sind typischerweise auf dem Sockel mit „SG“ signiert, ein Zeichen, das Sammler leicht erkennen. Jede Figur wurde individuell geschnitzt und bemalt, nicht massenproduziert, wodurch selbst wiederkehrende Motive eine gewisse Variation aufwiesen. Die Größe ist häuslich – passend für Bücherregale und Kaminsimse – und die Stimmung ist durchweg von liebevoller Beobachtung geprägt, nicht von Karikatur.
Gunnarssons Gubbar blieb bis zum Frühjahr 2022 in der Drottninggatan, als das Geschäft nach über siebzig Jahren am selben Standort schließlich schloss. Die Schließung markierte das Ende einer kontinuierlichen Tradition schwedischer Volkskunst, die innerhalb einer einzigen Familie über mehrere Generationen hinweg gepflegt wurde. Sven Gunnarssons Figuren werden nun auf schwedischen Auktionshäusern wie Falun Auktionsbyrå und Höganäs Auktionsverk angeboten, wo Konvolute seiner Holzfiguren auf beständiges Sammlerinteresse stoßen.