
KünstlerNorwegian
Severin Grande
0 aktive Artikel
Geboren am 8. November 1869 in Verdal, in der norwegischen Region Trøndelag, kam Severin Grande ungewöhnlich spät zur Malerei. Er verbrachte seine Zwanziger als Handwerker, bevor er sich 1896 im Alter von 27 Jahren an der Den kongelige Tegneskole (der Königlichen Zeichenschule) einschrieb. Dieser späte Beginn hielt ihn keineswegs zurück, sondern verlieh seinem Werk eine geerdete Qualität – ein Maler, der gelebt hatte, bevor er malte.
Seine formale Ausbildung war gründlich und bewusst international. Er studierte bei Eyolf Soot und Erik Werenskiold in Norwegen, bevor er im Ausland eine anspruchsvollere Ausbildung suchte. Im Winter 1905 bis 1906 besuchte er die Académie Colarossi in Paris, eines der wenigen großen französischen Ateliers, die sowohl für Frauen als auch für internationale Studenten offen waren. Im folgenden Frühjahr war er in Kopenhagen an der Kunstschule von Kristian Zahrtmann, einem Zentrum für skandinavische Maler, die das nordische Licht mit der kontinentalen Farbtheorie in Einklang bringen wollten. Im Herbst 1907 kehrte er erneut nach Paris zurück, wieder zur Colarossi, diesmal aber unter Christian Krohg, der dort regelmäßig unterrichtete. Harriet Backer gehörte ebenfalls zu seinen Lehrerinnen, und ihr Einfluss auf Farbe und Innenlicht ist in seinem reifen Werk durchgängig sichtbar.
Grande malte hauptsächlich Stadtszenen, Landschaften und häusliche Interieurs – Themen, denen er sich mit einer warmen, direkten Palette näherte. Sein Stil ist grob dem norwegischen Post-Impressionismus zuzuordnen: lockerer, aber aufmerksamer Pinselstrich, eine Vorliebe für Tageslicht statt Drama und ein stetiges Interesse am alltäglichen norwegischen Leben. Insbesondere seine Interieur-Motive – Küchen, Stillleben, Figuren in Räumen – zeigen eine Anleihe an Backers Behandlung von intimen Räumen und diffusem natürlichen Licht.
1914 wurde er unter "De 14" anerkannt, einer Künstlergruppe, die auf der Jubiläumsausstellung in Kristiania gemeinsam ausstellte. Diese Ausstellung positionierte ihn neben Malern, die an der Definition einer modernen norwegischen visuellen Identität arbeiteten. 1929 fand im Künstlerverband in Oslo eine Jubiläumsausstellung zu seinem 60. Geburtstag statt. Das Nasjonalmuseet beherbergt mehrere seiner Werke, darunter "Porträt der Künstlersfrau" (1918), "Sommer" (1929) und "In der Küche" (1905). Er starb am 13. Juni 1934 in Oslo.
Auf Auktionen erscheint Grandes Werk durchgängig bei Grev Wedels Plass Auksjoner, wo alle 30 auf Auctionist verzeichneten Objekte zu finden sind. Die Preise reichten von etwa 15.000 bis 33.000 NOK, wobei Spitzenpreise bei Figurenstudien und Blumenstillleben erzielt wurden. Sein Werk nimmt eine solide Mittelmarktposition unter den norwegischen Malern seiner Generation ein.