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Rolf Sinnemark
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Rolf Sinnemark wurde 1941 in Schweden geboren und absolvierte seine Ausbildung an der Konstfack, der Universität für Kunst, Handwerk und Design in Stockholm, wo er Keramik und Glas studierte. Seine formale Ausbildung gab ihm eine Grundlage in beiden Materialien, die die nächsten vier Jahrzehnte seiner Praxis prägen sollten. Er bewegte sich mit einer Leichtigkeit zwischen Glashütten und Keramikherstellern, die selbst in der geschäftigen Welt des skandinavischen Designs der Nachkriegszeit ungewöhnlich war.
1967 trat er in die Boda Glashütte ein, die nach einer Fusion mit Kosta später zu Kosta Boda wurde. Dort blieb er bis 1986, eine fast zwanzigjährige Periode, in der er ein Glaskunstwerk entwickelte, das sich durch Klarheit der Form, kontrollierten Farbeinsatz und ein fortwährendes Interesse an geometrischer Struktur auszeichnete. Werke aus dieser Zeit, darunter die Opus-Serie von Kristallschalen und die Daisy-Kollektion, zeigen einen Designer, der gleichzeitig in der modernistischer Tradition arbeitete und begann, diese zu erweitern. Seine Glaskunstwerke von Kosta Boda sind heute in den Sammlungen des Corning Museum of Glass in New York, des Hokkaido Museum of Art in Japan und des Musée des Arts Décoratifs in Paris sowie im Schwedischen Nationalmuseum für Kunst und Design vertreten.
Ab 1981 arbeitete Sinnemark auch mit Rörstrand, einem der ältesten Porzellanhersteller Skandinaviens. Die Zusammenarbeit brachte einige seiner formal innovativsten Keramikarbeiten hervor. Die Atlantis-Serie von 1984, bestehend aus kühnen geometrischen Porzellanstücken mit schwarz glasierten Oberflächen und grafischen Dekorationsregistern, spiegelte die visuelle Energie der Memphis-Bewegung wider, die damals das internationale Design umgestaltete. Die Cube-Teekanne von 1985 destillierte dieses Denken in einem einzigen Objekt: eine strenge, rechtwinklige Form, veredelt mit schwarz-weißen Paneelen, die an der Schnittstelle von Produktdesign und skulpturaler Aussage steht. Das Stück wurde zu einem kleinen Emblem des schwedischen postmodernen Designs.
Außerhalb des Fabrikkontexts arbeitete Sinnemark intensiv an architektonischen und öffentlichen Kunstaufträgen und schuf großformatige Glasinstallationen, die international zu finden sind. Dieser Strang seiner Praxis, der auf Auktionen weniger sichtbar ist als sein Tafelgeschirr, zeigt einen beständigen Ehrgeiz, in verschiedenen Maßstäben zu arbeiten.
Er entwarf auch für Gense, Nilsjohan und mehrere kleinere schwedische Glashütten, darunter Skrufs und Pukeberg, und baute ein Portfolio auf, das alltägliche Gebrauchsgegenstände und Kunstglas in Galeriequalität umfasst. Seine Präsenz auf Auktionen ist heute am stärksten in Keramik und Glas, wobei Werke regelmäßig bei schwedischen Regionalhäusern auftauchen. Die Cube-Teekannen und das Rörstrand-Porzellan ziehen weiterhin Sammler an, die sich für das experimentellere Ende des skandinavischen Designs der 1980er Jahre interessieren.