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KünstlerNorwegian

Rolf Juell Gleditsch

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Rolf Juell Gleditsch wurde am 30. November 1892 in Vardal, einer Gemeinde in Innlandet, Norwegen, geboren. Seine frühe Ausbildung war streng und international: Von 1910 bis 1913 studierte er am Königlichen Kunstinstitut in Stockholm und erwarb eine solide technische Grundlage in Malerei und Zeichnung. Anschließend diente er in der norwegischen Armee, bevor er sich erneut einem formalen Studium widmete, diesmal in Paris von 1919 bis 1920 bei Othon Friesz – einem der ursprünglichen Fauvisten, der damals einen strukturierten, architektonisch disziplinierten Ansatz zu Farbe und Form lehrte.

Die Pariser Jahre hinterließen deutliche Spuren. In den frühen 1920er Jahren schuf Gleditsch Leinwände, die eine direkte Auseinandersetzung mit dem französischen Kubismus zeigen, indem er Motive in abgeflachte geometrische Ebenen zerlegte, während er erkennbare Landschaftsmotive beibehielt. Werke aus dieser Periode, darunter 'Viadukt ved Meudon' (1919), 'Gate i Cagnes' (1921) und 'From Assisi, Italy' (1920), wurden während oder kurz nach seiner Zeit in Frankreich gemalt und zeigen, wie aufmerksam er die formalen Experimente aufnahm, die damals in den Pariser Ateliers zirkulierten. 'Viadukt ved Meudon' stellt das berühmte Eisenbahnviadukt bei Paris mit kantigen, ineinandergreifenden Ebenen dar, während 'Gate i Cagnes' eine sonnenbeschienene Straße in dem Dorf an der Cote d'Azur einfängt, das Renoir berühmt gemacht hatte.

Im Laufe des folgenden Jahrzehnts entwickelte sich Gleditschs Stil weg von der strengen kubistischen Fragmentierung hin zu einem, was man als breiten, leicht stilisierten Naturalismus bezeichnen könnte – Formen vereinfacht und gewichtet, Farbe atmosphärisch statt rein chromatisch. 1933 fand er das Thema, das den Rest seiner Karriere definieren sollte: die alte Kupferbergbaustadt Røros in Zentralnorwegen. Mit ihren ockerfarbenen Holzhäusern, dem Höhenlicht und den umliegenden Flusstälern bot Røros genau die Art von Landschaft, die seiner reifen Palette entsprach. Er ließ sich nie dauerhaft in der Stadt nieder, kehrte aber fast fünf Jahrzehnte lang jedes Frühjahr und jeden Herbst zurück und baute einen ungewöhnlich nachhaltigen Werkkomplex aus einem einzigen Ort auf.

Werke wie 'Ljungan ved Torpshammar' (1931), 'Strandefjord Valdres' (1924), 'Hitterelva, Røros' und 'Glåma ved Røros Gård' zeichnen die Geografie dieses Engagements nach – Flussbiegungen, Bauernhöfe, Winterlicht. Er schuf auch Holzschnitte, von denen mehrere zusammen mit seinem Gemälde 'Under Galdhøe' (1939) in die Sammlung der Nationalgalerie Norwegens (Nasjonalgalleriet) in Oslo gelangten. Sein sehr langes Arbeitsleben – er starb am 13. Januar 1984 im Alter von 91 Jahren – verschaffte ihm die ungewöhnliche Position eines Malers, der in der europäischen Vorkriegsmoderne ausgebildet wurde und dessen Karriere bis in die 1980er Jahre reichte.

Auf Auktionen erscheint Gleditschs Werk fast ausschließlich über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, das für alle 11 Lose in der Auctionist-Datenbank verantwortlich ist. Der höchste erzielte Preis in unseren Aufzeichnungen beträgt 20.000 NOK für 'Gate i Cagnes' (1921), gefolgt von 13.000 NOK für 'Viadukt ved Meudon' (1919), beide aus seiner von Kubismus beeinflussten französischen Periode. Norwegische Landschaften aus den Røros-Jahren erzielen tendenziell Preise im Bereich von 2.800-8.500 NOK, was darauf hindeutet, dass Sammler den experimentelleren Frühwerken einen Aufschlag beimessen. Sein Markt bleibt überwiegend heimisch.

Bewegungen

CubismPost-ImpressionismNorwegian landscape painting

Medien

Oil on canvasWoodcut

Bemerkenswerte Werke

Gate i Cagnes1921Oil on canvas
Viadukt ved Meudon1919Oil on canvas
Under Galdhøe1939Oil on canvas
Ljungan ved Torpshammar1931Oil on canvas
From Assisi, Italy1920Oil on canvas

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