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Roland Wilhelmsson

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Dicke Massivkieferplatten, breite gefaste Kanten und eine nahezu vollständige Abwesenheit von Ornamenten – die Möbel, die Roland Wilhelmsson in den frühen 1970er Jahren schuf, lesen sich fast wie ein Manifest für Materialehrlichkeit. Zu einer Zeit, als skandinavisches Design dekorativer und plastikfreundlicher wurde, ging er den entgegengesetzten Weg und bestand darauf, dass das Holz schwer geschnitten und sich selbst überlassen wurde.

Wilhelmsson wurde 1928 in Schweden geboren und absolvierte das University College of Arts, Crafts and Design (Konstfack) in Stockholm. Nach seinem Abschluss arbeitete er mit etablierten schwedischen Herstellern zusammen, darunter eine Zeit lang mit Nordiska Kompaniet. Er entwickelte auch eine Beziehung zu Karl Andersson & Söner, dem in Huskvarna ansässigen Hersteller, der seit 1898 Qualitätsmöbel herstellte, für den er Stücke entwarf, die die Handwerkstradition des Unternehmens mit seiner eigenen reduzierten Geometrie verbanden.

Anfang der 1970er Jahre etablierte er seine eigene Produktion in Ågesta, einer kleinen Ortschaft südlich von Stockholm, wo die Stücke hergestellt und mit dem Ågesta-Label versehen wurden. Die Werkstatt gab ihm die direkte Kontrolle über die Ausführung. Die dort gefertigten Kiefertische und -bänke weisen eine familiäre Ähnlichkeit auf: dicke Platten, stabile Beine, Verbindungen, die mit der Direktheit eines Zimmermanns und nicht mit der Kunstfertigkeit eines Designers gelöst wurden. Zu den spezifischen Modellen gehörten der runde Esstisch 'Oden' (1974), der mit einem Durchmesser von 139 cm aus massiver Kiefer mit der stillen Autorität eines Mühlsteins Raum einnimmt, und die Bank 'Bamse', die mit einer Wärme benannt ist, die ihr strukturelles Gewicht Lügen straft. Der Couchtisch 'Kvadrat' für Karl Andersson & Söner erweiterte die gleiche Logik auf ein niedrigeres Register.

Das Werk steht an der Schnittstelle zweier schwedischer Traditionen: des funktionalistischen Möbeldesigns, das aus der Konstfack-Linie hervorging, und der älteren handwerklichen Sensibilität der ländlichen Tischlerei. Was Wilhelmsson erreichte, war, diese Schnittstelle mühelos wirken zu lassen – die Stücke sehen aus, als hätte niemand sie entworfen, als wären sie einfach aus dem Holz entstanden. Er starb 2017.

Auf dem nordischen Sekundärmarkt erscheinen seine Möbel in den wichtigsten schwedischen Regionalhäusern. Die 35 Lose in der Datenbank sind auf Bukowskis Stockholm, Stockholms Auktionsverk Magasin 5, Göteborgs Auktionsverk, Crafoord Auktioner Malmö und Auctionet verteilt. Tische machen 26 der 35 Lose aus, was bestätigt, dass Ess- und Couchtische das primäre Sammlerinteresse darstellen. Zu den Spitzenergebnissen gehören ein runder Esstisch aus Massivkiefer für 10.500 DKK und zwei Esstische von Karl Andersson & Söner für jeweils rund 10.000 SEK. Der Tisch 'Oden' wurde speziell für 9.005 SEK angeboten. Die Preise bleiben zugänglich und spiegeln einen Designer wider, dessen Ruf unter den Spezialisten für skandinavische Möbel der 1970er Jahre stark ist, der aber noch nicht in die hochpreisige Sammlerschicht vorgedrungen ist.

Bewegungen

Scandinavian Modern1970s pine furniture movementSwedish functionalism

Medien

Solid pineLaminated wood

Bemerkenswerte Werke

Oden dining table1974Solid pine
Bamse bench1973Solid pine
Kvadrat coffee table1970Solid pine
Dining table for Karl Andersson & Söner1970Solid pine

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