
KünstlerSwedish
Roj Friberg
1 aktive Artikel
Roj Friberg wurde am 28. Juli 1934 in der Gemeinde Bäve bei Uddevalla an der schwedischen Westküste geboren. Er studierte von 1956 bis 1957 an der Slöjdföreningens Skola in Göteborg und setzte seine Ausbildung von 1960 bis 1964 an der Kunsthochschule Valand fort, wo er die disziplinierte technische Sensibilität entwickelte, die seine Arbeit sechs Jahrzehnte lang prägen sollte.
Fribergs unverwechselbarer Beitrag zur schwedischen Grafik beruhte auf einer Technik, die er Lacklaveringen nannte. Dabei wurde eine dünne, halbtrockene Lackschicht mit einer Nadel angeritzt und die Oberfläche anschließend mit Pigmentmischungen glasiert. Diese Methode erzeugte Bilder von besonderer Qualität: realitätsbezogen, aber in einer Art klarer Stille schwebend, detailliert, ohne steif zu wirken. Er arbeitete auch mit Dentalbohrern und anderen unkonventionellen Instrumenten, um Texturen zu erzielen, die mit herkömmlichen Druckwerkzeugen nicht möglich waren.
In den 1960er Jahren trat er im schwedischen öffentlichen Leben als Protestkünstler auf und nutzte seine Zeichnungen, um Politiker herauszufordern und sich mit Umweltfragen auseinanderzusetzen. In den 1980er Jahren öffnete sich seine Palette erheblich, und Farbe wurde zentraler für sein Werk. Er bewegte sich fließend zwischen Malerei, Zeichnung und grafischen Techniken und ließ sich selten auf ein einziges Medium festlegen, was ihn schwer kategorisierbar und leicht zu unterschätzen machte.
Parallel zu seiner Atelierarbeit baute sich Friberg eine bedeutende Karriere in der Szenografie auf. Er arbeitete 1971 mit dem Regisseur Alf Sjöberg an Stanisław Ignacy Witkiewicz' Stück "Modern" zusammen und entwarf 1979 das Bühnenbild für das Cullberg Ballet mit "Krigsdans i aftonlandet". Er schuf auch die Szenografie für "Medea" an der Königlichen Oper in Stockholm und in Sydney. Diese Theaterarbeit war keine Nebentätigkeit, sondern eine Erweiterung desselben räumlichen und kompositorischen Denkens, das seine Gemälde und Grafiken strukturierte.
Die Sveriges Allmänna Konstförening widmete 2010 ihren Jahresband seinem Werk, eine Anerkennung, die ihn fest im schwedischen Kulturkanon verankerte. Er ist in den Sammlungen des Nationalmuseums in Stockholm, des Göteborg Museum of Art, des Moderna Museet, des Kalmarer Kunstmuseums, des Norrköpinger Kunstmuseums und mehrerer Regionalmuseen vertreten. Von 1966 bis zu seinem Tod war er mit der Künstlerin Lena Permér verheiratet. Er starb am 30. September 2016 in Veddige, Halland.
Auf Auktionen erscheint Fribergs Werk regelmäßig bei schwedischen Auktionshäusern, wobei Bleistiftzeichnungen und Lithografien den Markt dominieren. Seine Bleistiftzeichnung "Björkdunge" erzielte 15.500 SEK bei Göteborgs Auktionsverk, sein stärkstes verzeichnetes Ergebnis in der Auctionist-Datenbank, während Lithografien im Bereich von 1.200–1.600 SEK gehandelt werden. Bukowskis und Göteborgs Auktionsverk waren die Hauptplattformen für seine Werke.