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Rainer Daumiller
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Rainer Daumiller wurde 1939 in Oberlenningen geboren, einem kleinen Bergdorf in Baden-Württemberg, Deutschland. Aufgewachsen im Schatten des Zweiten Weltkriegs, fand er früh ein Ventil im Schaffen von Dingen: Als Schuljunge entwarf er einen Schreibtisch und einen Kleiderschrank und ließ sie in einer nahegelegenen Schreinerei bauen, wobei er die Griffe selbst anfertigte. Dieser Sinn für Form und Material verließ ihn nie. Seine Sekundarschulbildung wurde teilweise von der Philosophie Rudolf Steiners geprägt, gefiltert durch einen Waldorflehrer aus Stuttgart, der wöchentlich zu Besuch kam und den Schülern beibrachte, zu lesen, was einzelne Holzstücke werden wollten – eine Disziplin, die später seinen gesamten Designansatz definieren sollte.
1959 zog Daumiller im Alter von zwanzig Jahren nach Dänemark. 1960 schrieb er sich an der Möbelfakultät der Handwerksschule in Kopenhagen ein – der Institution, die später zur Designskolen werden sollte – und studierte bei Ole Gjerløv-Knudsen und Ole Vestergård. Sein Abschlussprojekt waren Möbel aus Acryl, eine bewusst unkonventionelle Materialwahl zu einer Zeit, als die dänische Möbelproduktion von Teak und Rosenholz dominiert wurde. Es signalisierte ein anhaltendes Interesse an Materialien, die zur Zeit passten: nachhaltig, ehrlich und lokal verfügbar.
In den späten 1960er und 1970er Jahren lebte Daumiller auf einem Bauernhof in ländlichen Dänemark, wo er die Ideen entwickelte, die schließlich zu seinen bekanntesten Werken werden sollten. 1975 kam er nach Hirtshals an der Nordspitze Jütlands und begann die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Sägewerk Hirtshals Savværk. Der dort entwickelte Sessel wurde 1977 auf der Messe Bella Center vorgestellt und ging fast sofort in die Serienproduktion. Massives Kiefernholz, eine abgerundete dreieckige Rückenlehne und eine leichte Spreizung der Beine verliehen dem Stuhl eine skulpturale Präsenz, die sich angenehm zwischen rustikal und modern bewegte. Es war ein bewusster Gegenentwurf zu den edlen Harthölzern, die den Ruf des skandinavischen Designs in der Mitte des Jahrhunderts geprägt hatten.
Hirtshals Savværk produzierte Daumillers Stühle und Tische fast fünfundzwanzig Jahre lang und vertrieb sie über dänische Einzelhandelsnetze nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz, die Niederlande, nach Norwegen und Japan. Die Hirtshals-Kollektion aus Kiefernholz wurde zu einem der prägenden Stücke der nordischen Naturmaterialbewegung und kam gerade rechtzeitig, als das ökologische Bewusstsein den Geschmack der Verbraucher in Westeuropa zu verändern begann. Daumiller starb 2022, im selben Jahr, in dem die dänische Möbelmarke GUBI seinen Sessel aus zertifiziertem Massivholz nach den ursprünglichen Konstruktionsmethoden neu auflegte.
Auf dem Auktionsmarkt hat Daumillers Möbel eine stetige Anhängerschaft in den nordischen Ländern, Deutschland und darüber hinaus entwickelt. Die 55 auf Auctionist verzeichneten Lose konzentrieren sich auf die Standorte von Stockholms Auktionsverk in Düsseldorf/Neuss, Köln und Hamburg sowie auf Auctionet – was eine starke Nachfrage in den deutschsprachigen Märkten widerspiegelt, wo die Originalstücke in den 1970er und 1980er Jahren weit verbreitet waren. Ein vollständiger Satz von Esszimmerstühlen und ein Tisch hat bei schwedischen Auktionen über 26.000 SEK erzielt. Sets im Originalzustand werden weiterhin zwischen 8.000 und 26.000 SEK gehandelt, je nach Größe und Zustand, während Sofas in EUR über 8.200 EUR erzielt haben. Bei 1stDibs werden Vintage-Daumiller-Sets für 800 USD bis über 10.000 USD gelistet. Die GUBI-Neuauflage hat jüngere Käufer zu den ursprünglichen Vintage-Stücken gebracht, und die Kombination aus Provenienz, Nachhaltigkeitsnarrativ und unverwechselbarer Silhouette hält die Preise stabil.