
KünstlerNorwegiangeb.1911–gest.1976
Paul René Gauguin
0 aktive Artikel
Paul René Gauguin wurde am 27. Februar 1911 in Kopenhagen geboren, als Sohn des Schriftstellers und Kunstkritikers Pola Gauguin und Enkel des postimpressionistischen Malers Paul Gauguin. Aufgewachsen in einem Haushalt, der von Kunstgeschichte und Debatten geprägt war, nahm er die europäische Avantgarde nicht als Abstraktion, sondern als lebendiges Gespräch auf. Er verbrachte prägende Jahre in Südfrankreich und studierte in Rouen, bevor er nach Skandinavien zurückkehrte. Während Angelausflügen nach Mallorca und Ibiza zwischen 1930 und 1935 begann er erstmals, mit Holzschnitttechniken zu experimentieren.
Sein formales Debüt gab er 1936 auf der Norwegischen Herbstausstellung (Høstutstillingen), wo seine farbigen Holzschnitte leise, aber anhaltende Aufmerksamkeit erregten. In den folgenden Jahrzehnten wurde er zu einer der zentralen Figuren der sogenannten norwegischen Schule des farbigen Holzschnitts, der neue Methoden für die Farbschichtung und die Variation der Oberflächentextur entwickelte, die seinen Drucken eine unverkennbare atmosphärische Dichte verliehen. Werke wie "Barcelona" (1939-42), verwurzelt im Trauma des Spanischen Bürgerkriegs, und "Havhest" (1949, heute in der Nationalgalerie) zeigten seine Bandbreite: politisch engagiert und doch formal rigoros.
Neben der Druckgrafik war Gauguin als Bühnenbildner und Buchillustrator eine aktive Kraft im norwegischen Kulturleben. Von 1939 bis 1945 schuf er Bühnenbilder und Theatermotive für das Young Trøndelag Theatre, und 1951 arbeitete er für das Nationaltheater in Oslo. Er steuerte Illustrationen zu Büchern der Dichterin Inger Hagerup bei und arbeitete mit Knut Rumohr an dekorativen Aufträgen für das Olympic Building, das Hotel Viking und das Küstenmotorschiff MS Nordstjernen, wodurch er dem öffentlichen und angewandten Kontext eine grafische Sensibilität verlieh.
Sein Werk schöpfte aus einer breiten Palette visueller Quellen, darunter Picasso, Max Ernst, Van Gogh und Braque, ohne auf einen einzigen Einfluss reduzierbar zu sein. Die Bildsprache in seinen Holzschnitten bewegt sich fließend zwischen figurativen und semi-abstrakten Registern, oft bevölkert von Vögeln, Meereslebewesen und menschlichen Formen, die eine Aura von Mythologie oder Traum tragen.
Gauguin starb am 14. Februar 1976 in Oslo. Eine posthume Einzelausstellung, organisiert von seiner dritten Frau Martha Poulsen, fand 1981 im Nationalmuseum statt und präsentierte 107 Werke erstmals als eine einzige Retrospektive der Öffentlichkeit. Seine Werke sind unter anderem in den Sammlungen des Nasjonalmuseet und des Art Institute of Chicago vertreten.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt sind alle 27 bekannten Auktionslose ausschließlich bei Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo aufgetreten, was die Tiefe seiner Verbindung zum norwegischen Kunstkanon widerspiegelt. Zu den Spitzenergebnissen gehören "Kreps" (1958) für 6.000 NOK, "Komposisjon" (1972) für 5.500 NOK und "Gjertrudsfuglen" (1968) für 4.300 NOK – eine konstante Nachfrage nach seinem grafischen Werk zu erschwinglichen Preispunkten.