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KünstlerGermangeb.1891–gest.1969

Otto Dix

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Otto Dix ging 1915 mit einem Skizzenbuch an die Westfront. Was er dort festhielt – im Schlamm verrottende Soldaten, in Feldlazaretten zu Stümpfen reduzierte Männer, die industrielle Logik des Massentodes – würde ein Jahrzehnt dauern, um es vollständig in Farbe zu verarbeiten. Das daraus resultierende Werk, allen voran das Triptychon „Der Krieg“ (1929–32), gehört zu den unerbittlichsten visuellen Zeugnissen des Ersten Weltkriegs, die je geschaffen wurden.

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Dix wurde am 2. Dezember 1891 in Untermhaus bei Gera in Thüringen in eine Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater arbeitete als Gießereiarbeiter. Von 1905 bis 1908 ließ er sich in Gera zum Dekorationsmaler ausbilden und besuchte anschließend die Kunstgewerbeschule in Dresden. 1914 meldete er sich freiwillig zum Militär und diente in einem Feldartillerieregiment, später wechselte er an die Westfront in Nordfrankreich, wo er 1916 an der Schlacht an der Somme teilnahm und mehrmals verwundet wurde. Was er sah, hat er nie ganz verarbeitet: Der Krieg blieb für den Rest seiner Karriere das zentrale Thema seiner Vorstellungskraft.

Nach dem Krieg bewegte sich Dix durch expressionistische und dadaistische Strömungen, bevor er zu dem hyperpräzisen, manchmal grotesken Realismus gelangte, der zu seinem Markenzeichen wurde. Seine Werke wurden 1925 auf der wegweisenden Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ in der Kunsthalle Mannheim gezeigt, die der Bewegung ihren Namen gab. In den Weimarer Jahren malte Dix Kriegskrüppel, Prostituierte, Kabarettkünstler und bissige Porträts der Berliner Intellektuellen – Figuren, die mit einem unsentimentalen, fast klinischen Blick dargestellt wurden. Werke wie „Die Skatspieler“ (1920), „Sylvia von Harden“ (1926) und das Triptychon „Metropolis“ (1927–28, Kunstmuseum Stuttgart) erfassten die Energie und moralische Ambiguität der Republik mit einer Schärfe, die sie damals unbehaglich machte und heute unverzichtbar. 1927 wurde er zum Professor an der Dresdner Akademie ernannt, 1931 zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste gewählt.

Die Nazis entließen ihn 1933 aus seinem Professorenamt. Über 260 seiner Werke wurden beschlagnahmt; „Kriegskrüppel“ und „Der Schützengraben“ wurden 1937 auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München als Beispiele für entartete Kunst gezeigt. Anstatt ins Exil zu gehen, zog sich Dix mit seiner Familie nach Hemmenhofen auf der Höri am Bodensee zurück, wo er die nächsten drei Jahrzehnte damit verbrachte, Landschaften und christliche Allegorien in einem gemäßigten Stil der Alten Meister zu malen, der weit von dem Werk entfernt war, das ihn berüchtigt gemacht hatte. Er selbst bezeichnete es als „innere Emigration“. Die 50-teilige Radiermappe „Der Krieg“ (1924), die heute im MoMA, im British Museum und im Historial de la Grande Guerre in Péronne aufbewahrt wird, bleibt eine der eindringlichsten grafischen Darstellungen des modernen Krieges.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr Dix in Ost- und Westdeutschland zunehmende Anerkennung. 1959 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er starb am 25. Juli 1969 in Singen am Hohentwiel und ist in Hemmenhofen beigesetzt. Auf Auctionist erscheint Dix' Werk über Van Ham, Karl und Faber, Ketterer Kunst, Koller und Hampel, darunter Aquarelle, Drucke, Zeichnungen und Gemälde. Der einzige realisierte Preis in unseren Daten beträgt 7.500 CHF für ein Aquarell von 1915, „Im Schützengraben“, obwohl die Bandbreite der Medien und die Präsenz großer deutscher Auktionshäuser die anhaltende Tiefe der Samlernachfrage nach seinem Werk widerspiegeln.

Bewegungen

Neue SachlichkeitGerman ExpressionismDadaWeimar Realism

Medien

Oil on canvasWatercolourDrypoint etchingAquatintLithographPencil and chalk on paperTempera

Bemerkenswerte Werke

Der Krieg (The War Triptych)1932Oil and tempera on wood panels
Metropolis (Triptych)1928Oil on canvas
Die Skatspieler (Skat Players)1920Oil on canvas with photomontage
Portrait of the Journalist Sylvia von Harden1926Oil and tempera on wood
Der Krieg (50 etchings portfolio)1924Drypoint and aquatint

Auszeichnungen

Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland1959

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