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Otto Bauer
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Eine flaschenförmige Bodenvase in Kobaltblau oder Olivgrün, die hoch auf einem Regal irgendwo in Skandinavien steht – das ist das Bild, das die meisten Sammler mit Otto Brauers Werk verbinden. Der Name in schwedischen Auktionskatalogen erscheint als „Otto Bauer“, eine gebräuchliche Schreibvarianten, aber der Designer und sein Schaffen sind unverkennbar: klare, großzügige Formen in farbigem Glas, die das Aussehen dänischer Wohninterieurs ab den 1960er Jahren prägten.
Brauer begann seine Karriere in der dänischen Glasindustrie als Teenager und trat Berichten zufolge im Alter von etwa fünfzehn Jahren in das Handwerk ein. Bis 1931 arbeitete er bei Odense Glasværk und ab 1936 bei Kastrup Glasværk, zwei der wichtigsten Glashütten Dänemarks, bevor sie in den 1960er Jahren mit Holmegaard zu Kastrup og Holmegaards Glasværker fusionierten. Den Großteil seiner Karriere – etwa vier Jahrzehnte – verbrachte er innerhalb dieses konsolidierenden Netzwerks der dänischen Glasproduktion.
Sein bleibendster Beitrag ist die Gulvvase, entworfen 1962. Die Form ist täuschend einfach: eine hohe Flasche mit schmalem Hals, hochskaliert auf Bodenhöhe. Die frühesten Versionen gab es in einfarbigem Glas – dunkelblau, braun, olivgrün, weiß – mit einer ruhigen, modernistischen Zurückhaltung. Ende der 1960er Jahre begann Holmegaard, ummantelte Versionen mit einer weißen Innenschicht und einer lebendigen Außenfarbe zu produzieren: rot, rubin, türkis, gelb. Diese späteren Stücke fingen die Stimmung der Ära ein und wurden zu einigen der wiedererkennbarsten Objekte des dänischen Pop-beeinflussten Designs. Brauer zog sich 1977 zurück, nachdem er den gesamten Bogen des skandinavischen Nachkriegsglasdesigns durchlaufen hatte.
Sein Werk ist in Museumssammlungen in den nordischen Ländern vertreten, und die Gulvvase wird heute unter der Marke Holmegaard weiterhin produziert. Auf dem schwedischen Auktionsmarkt erscheinen seine Stücke durchweg unter „Otto Bauer“ und „Otto Brauer“ – Vasen, Karaffen, Krüge und Flaschen aus den 1960er und 70er Jahren. Die 23 auf Auctionist verzeichneten Objekte wurden hauptsächlich über Häuser im Raum Stockholm und Auctionet verkauft, wobei die Preise typischerweise zwischen etwa 1.100 und 1.400 SEK lagen. Das höchste verzeichnete Ergebnis sind 1.400 SEK für eine Tischlampe aus Glas, dicht gefolgt von mehreren Losen mit Flaschen und Vasen.