
KünstlerAustriangeb.1874–gest.1951
Oskar Laske
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Oskar Laske wurde am 8. Januar 1874 in Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina im österreichisch-ungarischen Reich, geboren – einer Stadt der gemischten Kulturen, die heute Tscherniwzi in der Westukraine ist. Sein Vater war Architekt, und um das dreizehnte Lebensjahr zog die Familie nach Wien. Er begann früh mit Malunterricht und studierte bei dem ungarischen Künstler Anton Hlavacek, bevor er sich 1892 für eine sechsjährige architektonische Ausbildung an der Technischen Hochschule einschrieb. Von 1899 bis 1904 setzte er sein Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Otto Wagner fort und schloss damit eine doppelte Ausbildung in architektonischer Präzision und bildender Kunst ab.
Mehrere Jahre lang arbeitete Laske als freiberuflicher Architekt und stellte gleichzeitig mit wachsendem Erfolg Gemälde aus. 1907 trat er dem Hagenbund bei, einem der Wiener Kunstvereine, der als gemäßigter Gegenpol zum programmatischeren Avantgardismus der Secession positioniert war. Sein doppelter Hintergrund – architektonische Zeichenkunst kombiniert mit einem Faible für das Komische und Surreale – verlieh seinen Leinwänden eine Qualität, die sich von allem anderen unterschied, was damals in Wien produziert wurde. Bis 1908 widmete er sich ganz der Malerei.
Vor dem Ersten Weltkrieg reiste er viel durch Europa, den Nahen Osten und Nordafrika und füllte Skizzenbücher, die seine späteren Kompositionen speisten. Als der Krieg ausbrach, diente Laske als Offizier in Galizien und an der Isonzofront, dann wurde er zum k. u. k. Kriegsmaler ernannt und dokumentierte Militäroperationen in den Alpen und Osteuropa. Die Erfahrung von Katastrophen im industriellen Maßstab verstärkte die düster-komische Dimension seiner späteren Atelierarbeit. 1924 trat er der Wiener Secession und später auch dem Künstlerhaus bei.
Laskes meistdiskutierten Werke sind seine mehrfachen Versionen von "Das Narrenschiff", einer Komposition, die er erstmals 1923 entwickelte. Das Gemälde – dicht bevölkert mit Figuren, die in den Torheiten von Ehrgeiz, Vergnügen und Wahn gefangen sind – funktioniert sowohl als allegorisches Tableau als auch als Gesellschaftskommentar. Eine Ölversion aus dem Jahr 1949 befindet sich in den Harvard Art Museums. Sein "Schlaraffenland" gehört in die gleiche Kerbe quasi-utopischer Bilder mit satirischen Untertönen. Neben der Malerei schuf er Radierungen und Illustrationen; seine erste Radierung erschien 1904 und die Druckgrafik blieb ein wichtiger Teil seiner Praxis. Nach seinem Tod im Jahr 1951 fand eine große Gedenkausstellung in der Albertina in Wien statt.
Auf dem Auktionsmarkt wird Laskes Werk hauptsächlich über die großen Wiener Häuser verkauft. In der Auctionist-Datenbank entfallen auf im Kinsky 11 seiner 14 Lose, die Dorotheum Wien hält die restlichen 3. Das höchste verzeichnete Ergebnis sind 50.000 EUR für "Die Kreuzigung". Weitere verkaufte Werke sind ein Ölgemälde der Sultan-Valide-Moschee in Istanbul (7.000 EUR), eine Ansicht des Naschmarkts (6.000 EUR) und eine Darstellung der Minoritenkirche in Wien (2.500 EUR) – eine Spanne, die sowohl seine religiösen als auch seine städtischen Themen widerspiegelt.