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Olof Hermelin
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Olof Hermelin wurde am 8. Februar 1827 in der Gemeinde Säby, Småland, in eine Familie geboren, deren Abstammung mit der schwedischen Kulturgeschichte verwoben war. Sein Großvater war der Kartograf Samuel Gustaf Hermelin, und sein Vater, Baron August Söderling Hermelin, hatte das Schloss Gripenberg durch die mütterliche Linie geerbt. Das Gewicht dieses Erbes führte nicht zu einem konventionellen aristokratischen Weg. Hermelin studierte an der Universität Uppsala und an der Militärschule in Stockholm, trat 1848 dem Halland-Regiment bei und wurde zwei Jahre später zum Leutnant befördert – trat aber im folgenden Jahr zurück und zog sich auf sein Anwesen in Råby-Rekarne Parish, Österby in Södermanland, zurück.
Während seiner Jahre in Stockholm nahm er Landschaftskurse bei Tore Billing an der Königlichen Schwedischen Kunstakademie, und es war die Malerei, die ihn mehr fesselte als das Soldatentum. Seine formale Anerkennung innerhalb der Akademie erfolgte schrittweise: 1871 wurde er zum „agre“ – einem assoziierten Kandidaten – ernannt, und 1876 fungierte er als Kommissar für die schwedische Kunstausstellung auf der Centennial Exposition in Philadelphia. Dieser Auftrag in Philadelphia brachte ihn zu einem entscheidenden Zeitpunkt an die Schnittstelle schwedischer Kulturdiplomatie und internationaler Kunstnetzwerke.
Der entscheidende künstlerische Einfluss kam während seiner europäischen Studienreisen. Er war 1870 in Kopenhagen und Düsseldorf, dann in Paris, Belgien und den Niederlanden und verbrachte zwischen 1873 und 1876 eine längere Zeit in Paris. In Frankreich traf er auf die Schule von Barbizon, deren Praxis, direkt in der Natur in den Wäldern von Fontainebleau und auf dem Ackerland der Ile-de-France zu malen, die europäische Landschaftsmalerei bereits umgestaltet hatte. Sein Lehrer Tore Billing hatte bereits einige dieser Ideen nach Stockholm getragen; in Paris nahm Hermelin sie an ihrer Quelle auf. Das Ergebnis war eine Landschaftspraxis, die auf aufmerksamer Beobachtung spezifischer, oft stiller schwedischer Umgebungen beruhte: die Birkenwälder und Seeufer von Uppland und Södermanland, Bauernhöfe im Morgenlicht, Küstenszenen, Frühlingsschmelzen und die besonderen Grüntöne des schwedischen Sommers. Menschliche Figuren erscheinen in seinem Werk, aber untergeordnet – kleine Präsenzen in weiten Räumen, die eher Maßstab als narrative Priorität verleihen.
1885 schloss sich Hermelin den Opponenterna an, einer Gruppe schwedischer Künstler, die die konservativen Lehrmethoden der Königlichen Akademie öffentlich in Frage stellten und eine Reform im Sinne der Entwicklungen in Frankreich forderten. Der Protest der Gruppe trug dazu bei, die Bedingungen der schwedischen Kunstausbildung und des institutionellen Lebens zu verändern, und Hermelins Teilnahme zeigt, dass er nicht einfach ein Gentleman-Maler war, der mit dem Status quo zufrieden war.
Seine intellektuelle Bandbreite reichte über die Malerei hinaus. Er verfasste Kurzgeschichten und Theaterstücke, schrieb über Kunst und veröffentlichte eine wissenschaftliche Studie über die Ausgrabungen der Wikingerzeit auf der Insel Birka – ein früher Beitrag zu dem, was später zur schwedischen prähistorischen Archäologie werden sollte. Hermelin starb am 3. Dezember 1913 in Stocksund. Seine Werke sind im Nationalmuseum in Stockholm vertreten, wo die Frühlingslandschaft „Var i Dalarna“ zu seinen gesammelten Stücken gehört, sowie im Goteborgs Konstmuseum und in den Sammlungen von Museen in Kopenhagen und Philadelphia.
Auf der Plattform Auctionist ist Hermelin mit 40 Losen vertreten, wobei Bukowskis Stockholm und Stockholms Auktionsverk die Verkaufsrekorde anführen. Die höchsten dokumentierten Preise erreichen 12.000 SEK („Vid dammen“, 1885), wobei mehrere Werke über 4.000–6.000 SEK erzielen. Die derzeit im Umlauf befindlichen Motive spiegeln sein Kernwerk wider: See- und Küstenszenen, Waldinneres, Frühlingslandschaften, Bauernhöfe und Küstenansichten, hauptsächlich in Öl auf Platte oder Leinwand.