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Olle Hermansson

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Olle Hermansson gehört einem weitgehend undokumentierten Kapitel des schwedischen Industriedesigns der Mitte des Jahrhunderts an – der kleinen Kohorte von Künstlern und Handwerkern, die direkt mit Herstellern zusammenarbeiteten, um skulpturale Ambitionen in funktionale Haushaltsgegenstände zu bringen. Seine Zusammenarbeit mit Husqvarna, dem in Jönköping ansässigen Industriegiganten, dessen Gießereibetriebe zu den bedeutendsten in Schweden zählten, brachte eine unverwechselbare Reihe von Gusseisenarbeiten hervor, die an der Schnittstelle von angewandter Kunst und dekorativer Skulptur angesiedelt sind.

Hermanssons Entwürfe für Husqvarna konzentrieren sich auf Kaminzubehör: Gnistskydd (Funkenfänger), Brasgaller (Feuerroste) und Eldhundar (Feuerböcke). Die Stücke sind mit seinem Monogramm "OH" signiert und in geschwärztem Eisen mit der Husqvarna-Marke gegossen. Was sie von rein funktionalen Gießereiarbeiten unterscheidet, ist das bewusste skulpturale Programm, das sich durch jeden Entwurf zieht. Hermansson schöpfte wiederholt aus der nordischen Mythologie und gab Figuren wie Thor mit seinen Ziegen Tanngrisnir und Tanngnjóstr, Wikingerschiffe aus durchbrochenem Eisen und stilisierte Tierformen Gestalt.

Sein am weitesten verbreitetes Design ist der Feuerbock namens "Räven" (Der Fuchs) – eine kauernde, abstrahierte Fuchsform, die die schwedische Handwerkstradition mit der raueren visuellen Sprache des Brutalismus der Mitte des Jahrhunderts verbindet. Das Stück spiegelt eine Designsensibilität wider, die für die skandinavische Industriekunst der 1960er Jahre typisch ist: die Suche nach einer modernen Idiomatik, die in vorindustriellen Mythen und direkter Materialität verwurzelt ist. Gusseisen war kein Prestigematerial wie Keramik oder Silber, was Arbeiten wie die von Hermansson in der Designwelt seiner Zeit leise subversiv machte.

Die Kaminschirme und dekorativen Gitter stellen eine komplexere formale Herausforderung dar. Einige weisen dichte durchbrochene Kompositionen auf, die Szenen aus der nordischen Legende darstellen und sowohl Gießereikönnen als auch das Verständnis des Bildhauers für Negativraum erfordern. Diese Stücke wurden auch in Zusammenarbeit mit Norrahammars Bruk, einer Gießerei innerhalb der Husqvarna-Gruppe, hergestellt, was darauf hindeutet, dass Hermanssons Beziehung zum Unternehmen verschiedene Produktionsstätten umfasste.

Hermanssons Schaffen steht im Einklang mit der breiteren skandinavischen Designbewegung, die bestrebt war, künstlerische Qualität in alltägliche häusliche Objekte zu bringen – eine Tradition, die mit Persönlichkeiten wie Stig Lindberg bei Gustavsberg und Carl-Harry Stålhane bei Rörstrand verbunden ist. Sein Medium war weniger modisch, aber der Instinkt war derselbe: dass gutes Design und gute Kunst nicht getrennte Räume im Haus einnehmen müssen.

Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheinen Hermanssons Gusseisenobjekte regelmäßig bei schwedischen Auktionshäusern. Die Datenbank von Auctionist verzeichnet 27 Objekte, wobei Bukowskis Stockholm und Stockholms Auktionsverk zu den Hauptveranstaltungsorten gehören. Die höchsten verzeichneten Preise erreichen 9.000 SEK für einen Gnistskydd und 5.500 SEK für den "Räven"-Feuerbock, was eine stetige Samlernachfrage nach hochwertigem schwedischem Industriedesign der Mitte des Jahrhunderts widerspiegelt.

Bewegungen

Scandinavian DesignBrutalismMid-Century Modern

Medien

Cast IronSculptureIndustrial Design

Bemerkenswerte Werke

Räven (firedog for Husqvarna)
Thor with the Goats (fire screen for Husqvarna)
Viking Ship spark guard (Husqvarna)

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