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Olle Andersson
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Irgendwo zwischen dem Zeichentisch eines Architekten und einem Mailänder Showroom fand Olle Andersson seine Nische. Die Pendelleuchte "Halo There", die er 1982 für Boréns entwarf – eine breite Scheibe aus lackiertem Metall in Gelb, Rot, Blau und Schwarz mit einem geometrischen Spiel von Kreisen und Schatten – kündigte sich als etwas an, das kein Interesse daran hatte, sich einzufügen. Sie war Postmodern mit Absicht: Form als Aussage, Farbe als Argument.
Geboren am 9. Januar 1939 in Gislaved im Süden Schwedens, wurde Andersson zum Bauingenieur ausgebildet, nicht zum traditionellen Designer. Während der Bauboomwelle der 1960er Jahre trat er White Architects in Göteborg bei, einem der größeren schwedischen Architekturbüros. Er erwies sich als unruhige Präsenz: Er verließ das Büro, kehrte 1975 zurück und gründete White Design als Studio innerhalb des Büros, das sich auf Innenarchitektur und Produktdesign konzentrierte. Mitte der 1980er Jahre war er leitender Partner geworden und 1989 gründete er White Design als eigenständiges Unternehmen, dessen CEO und später Vorstandsvorsitzender er wurde.
Parallel zu seiner Arbeit bei White führte er eine lange und produktive Beziehung mit Boréns AB, dem in Göteborg ansässigen Beleuchtungshersteller. Ab 1976 war Andersson leitender Designer für deren Beleuchtungskollektion. Das folgende Jahrzehnt war produktiv: Die Tischleuchte "Aurora", "No Neon" und vor allem "Halo There" etablierten ihn als eine der sichtbarsten schwedischen Stimmen im postmodernen Beleuchtungsdesign. Seine Arbeit in dieser Zeit wurde mit Memphis Milano verglichen, der italienischen Bewegung um Ettore Sottsass, die mit kräftigen Farben und geometrischen Formen den modernistischen Minimalismus herausforderte. Zwischen 1980 und 1990 erhielt Andersson neunzehnmal den Preis Utmärkt Svensk Form – Ausgezeichnetes Schwedisches Design.
Seine Karriere entwickelte sich auch in andere Richtungen. Von 1990 bis 1996 hatte er eine Professur für Innenarchitektur an der HDK, der Hochschule für Handwerk und Design in Göteborg, inne. Anschließend übernahm er von 1996 bis 2002 dieselbe Position an der KHiO, der Kunstakademie Oslo. Zwischen 2001 und 2003 war er Präsident der International Federation of Interior Architects (IFI). 2004 verlieh ihm die Chalmers University of Technology in Göteborg die Ehrendoktorwürde in Anerkennung seiner Beiträge auf diesem Gebiet.
Seine Lampen befinden sich in den Sammlungen des Nationalmuseums in Stockholm und des Nationalmuseums für Kunst, Architektur und Design in Oslo. Auf dem nordischen Sekundärmarkt taucht Anderssons Werk hauptsächlich bei Crafoord Auktioner in Malmö, Göteborgs Auktionsverk und Stockholms Auktionsverk auf. Die Stehleuchte "Halo There" wurde für über 5.500 SEK verkauft, Tischleuchten im Bereich von 2.000-3.500 SEK – Preise, die sowohl die Kultanhängerschaft des Designs als auch die anhaltende Nachfrage nach skandinavischem postmodernem Werk der 1980er Jahre widerspiegeln.