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Olav Mosebekk
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Olav Mosebekk wurde am 13. September 1910 in Kongsberg geboren, einer Silberbergbaustadt in der Provinz Buskerud südlich von Oslo. Er reifte in den Zwischenkriegsjahren als Künstler heran und studierte zunächst von 1929 bis 1931 an der Norwegischen Nationalen Akademie für Handwerk und Kunstindustrie unter August Eiebakke und Eivind Nielsen, dann von 1931 bis 1933 an der Norwegischen Nationalen Akademie der Schönen Künste unter Axel Revold und Per Krohg. Sowohl Revold als auch Krohg waren herausragende Persönlichkeiten der norwegischen Moderne – Revold hatte bei Henri Matisse studiert und Krohg war der Sohn von Christian Krohg. Durch sie erhielt Mosebekk eine direkte Verbindung zum europäischen Post-Impressionismus und zu den sich entwickelnden Ausdrucksformen des zwanzigsten Jahrhunderts.
Seine Entwicklung als eigenständiger Künstler entfaltete sich allmählich. Studienreisen nach Spanien und Portugal im Jahr 1936 erweiterten seinen visuellen Wortschatz, bevor der Zweite Weltkrieg eintrat. Seine erste große Einzelausstellung fand 1946 im UKS (Unge Kunstneres Samfund) statt, gefolgt zwei Jahre später von einer Durchbruchsausstellung in der Graphischen Sammlung der Nationalgalerie in Oslo. In der Druckgrafik und Zeichnung erklang Mosebekks Stimme zuerst am klarsten – sparsam, beobachtend, mit einer Linienökonomie, die seine parallele Arbeit als Illustrator widerspiegelte.
Die entscheidende Wende in seiner Malerei erfolgte nach 1949 und 1950, als die Familie in Nizza lebte. Dort gewann der Einfluss von Pablo Picasso – bereits zuvor in seinem Werk sichtbar – eine neue Klarheit. Kompositorische Struktur, Konzentration auf Form und Fläche statt atmosphärischer Beschreibung und ein wachsendes Interesse an der Figur als formales Problem statt als erzählerisches Subjekt prägten fortan seinen Ansatz. Er und seine Familie kehrten ab 1963 jährlich nach Frankreich zurück, und die Licht- und Farbsensibilität Südfrankreichs wurde in seinen späteren Gemälden nachvollziehbar. Sein Farbgebrauch, zuvor zurückhaltender, wurde um 1960 merklich vielfältiger.
Von 1947 bis 1969 war Mosebekk Leiter der Norwegischen Nationalen Akademie für Handwerk und Kunstindustrie (Statens håndverks- og kunstindustriskole) in Oslo, einer der einflussreichsten Ausbildungsstätten für Design und Kunst des Landes. In dieser Funktion prägte er über zwei Jahrzehnte lang die Ausbildung einer Generation norwegischer Künstler, Designer und Illustratoren. Seine parallele Tätigkeit als Illustrator für Arbeidermagasinet und für literarische Werke von Autoren wie Sigrid Undset, Hans E. Kinck, Finn Carling und Arne Garborg verlieh seiner Zeichenpraxis eine öffentliche Dimension, die seinen Ruf als Zeichner von ungewöhnlicher Klarheit festigte.
Ab den späten 1960er Jahren verschob sich Mosebekks Darstellung weiblicher Figuren in ein offeneres, sinnlicheres Register – eine Veränderung, die sowohl sein persönliches künstlerisches Selbstvertrauen als auch breitere Verschiebungen in der norwegischen visuellen Kultur widerspiegelte. Seine Werke befinden sich im Nasjonalmuseet in Oslo, das mehrere Gemälde und Papierarbeiten besitzt, darunter ein Selbstporträt und figürliche Kompositionen. Er starb am 1. Dezember 2001 in Oslo.
Auf dem Auktionsmarkt erscheinen Mosebekks Werke fast ausschließlich über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, wo alle 26 auf Auctionist verzeichneten Lose gehandelt wurden. Die Preise spiegeln den heimischen Markt für die nachkriegszeitliche figurative Malerei Norwegens wider: Zu den höchsten Ergebnissen gehören eine Mutter-Kind-Komposition von 1996 und eine sitzende Frau von 1953, beide für 6.000 NOK. Seine Zeichnungen erzielen das beständigste Interesse, was seinem Ruf als primär Zeichner entspricht.