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Nanny Still
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Nanny Still wurde 1926 in Helsinki geboren und zeigte früh eine Begabung für angewandte Kunst, die sie 1945 zum Studium an der Central School of Industrial Arts führte. Sie begann zunächst im Kunstlehrerprogramm, bevor sie in die Abteilung für Metallkunst wechselte, wo sie die Materialempfindlichkeit entwickelte, die ihre Karriere prägen sollte. Bis zu ihrem Abschluss im Jahr 1949 hatte sie eine Stelle bei Riihimaen Lasi Oy, der Glashütte Riihimäki in Südfinnland, gesichert und damit eine Partnerschaft begonnen, die bis zur Einstellung der mundgeblasenen Produktion durch die Fabrik im Jahr 1976 andauerte.
In diesen 27 Jahren wurde Still zur produktivsten Designerin in der Geschichte der Fabrik und arbeitete mit Kunstglas, funktionellem Tafelgeschirr, Karaffen und Dekorationsgegenständen. Ihre Farbpalette war gesättigt und kompromisslos, Petrolblau und Grün, Bernstein, rauchiger Topas, eingesetzt in Formen, die skandinavische Zurückhaltung mit einer taktileren, südeuropäischen Wärme ausbalancierten. Die Serie Harlekiini von 1958, deren Farbkombination angeblich von einem Glasfragment inspiriert war, das sie auf Capri fand, gehört zu den deutlichsten Ausdrücken dieser Spannung.
Die Serie Flindari (1964-1966) erweiterte ihr Vokabular weiter. Flaschen, Vasen und Tumbler wurden nach dem Aufbringen einer zweiten Glasschicht formgeblasen, wodurch eine getauchte, strukturierte Oberfläche entstand, die das Licht aus jedem Winkel anders einfing. Die Flindari-Karaffe gewann 1965 den AID International Design Award, und die Serie Grapponia von 1968 festigte ihren internationalen Ruf.
1958 heiratete Still den amerikanischen Geschäftsmann George McKinney und zog im folgenden Jahr nach Belgien, wo sie den Rest ihres Lebens leben sollte. Die Arbeit von Brüssel aus unterbrach ihre Produktion für Riihimaen Lasi nicht, und sie entwickelte gleichzeitig Kooperationen mit belgischen Herstellern wie Val Saint-Lambert und Cerabel sowie deutschen Firmen wie Heinrich und Rosenthal.
1972 wurde sie mit der Pro Finlandia-Medaille ausgezeichnet, einer der höchsten kulturellen Auszeichnungen Finnlands. Sie starb 2009.
Auf Auktionen taucht Stills Werk am häufigsten bei finnischen und schwedischen Häusern auf, wobei Hagelstam & Co und Bukowskis Helsinki zusammen einen erheblichen Anteil an ihrem nordischen Markt ausmachen. Glas dominiert, wobei die höchsten Preise von seltenen Studienstücken erzielt werden. Ein signiertes Studienstück erzielte bei einer kürzlichen Versteigerung 3.800 EUR, während Grapponia- und Flindari-Karaffen in begehrten Farbvarianten konstant Wettbewerb anziehen.