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Monica Backström
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Ein mundgeblasener Glaspilz steht auf einer Fensterbank in einem schwedischen Sommerhaus, seine gesprenkelte Oberfläche fängt das Licht in gefleckten Grün- und Bernsteintönen ein. Er ist sofort als ein Werk von Monica Backström erkennbar, eines von Tausenden, die seit den 1970er Jahren ihren Weg in skandinavische Haushalte gefunden haben. Diese Pilze mit ihren quellenden organischen Formen, die im noch geschmolzenen Zustand in farbigem Glaspulver gerollt wurden, wurden zu einigen der beliebtesten Objekte in der schwedischen Glasgeschichte. Aber Backströms Karriere bei Boda und Kosta Boda erstreckte sich über vier Jahrzehnte und ging weit über eine einzelne Serie hinaus.
Geboren 1939 in Stockholm, hatte sie das Design im Blut. Ihre Mutter war Astrid Sampe, eine der einflussreichsten Textildesignerinnen Schwedens, deren Arbeit bei Nordiska Kompaniet die schwedischen Innenräume der Jahrhundertmitte prägte. Aufgewachsen im Umfeld von Künstlern, Architekten und Handwerkern, studierte Backström von 1959 bis 1964 am Konstfack in Stockholm, zunächst in den Bereichen Werbung und Buchhandwerk, bevor sie zu Metallarbeiten, Silberschmiedekunst und Industriedesign wechselte. Ihr Einstieg in die Glaswelt erfolgte durch einen Wettbewerb: 1965 gewann sie einen Designwettbewerb zum hundertjährigen Bestehen von Boda Glasbruk, was den Beginn einer lebenslangen Verbindung mit den Glashütten im Königreich des Glases in Småland markierte.
Ihre Ausstellung "Glasyra" im Jahr 1967 kündigte sie als radikale Stimme an. Der Kritiker Ulf Hård af Segerstad nannte sie "etwas völlig Neues in der schwedischen Glaskunst". Sie bettete Metallobjekte, Heftklammern und Büroklammern in Glas ein und verwendete Gold und Glitzer auf eine Weise, die mit dem klaren Funktionalismus brach, der vom skandinavischen Design erwartet wurde. Dies war Glas, gefiltert durch die Sensibilität der Pop-Art, verspielt und provokativ. Von 1968 bis 1972 lebte sie mit dem Glaskünstler Erik Höglund zusammen, und gemeinsam gründeten sie Backström & Höglund AB, ein Designstudio für Möbel und Haushaltsgegenstände. Sie war auch Gründungsmitglied von Vet Hut AB im Jahr 1971, einem kollektiven Zusammenschluss von Designern mit Ulrica Hydman Vallien, Bertil Vallien, Ann Wolff und Göran Wärff, Künstlerkollegen, die Kosta Boda gemeinsam zu einer international anerkannten Kunstglasmarke machten.
Über die Pilze hinaus reichte ihr Schaffen weit. Die Boda-Eier, Pressglas in Dunkelbraun mit gesprenkelten Oberflächen, waren frühe Naturstudien. Das Zelda-Geschirr wurde zu einem kommerziellen Bestseller, besonders in Japan. Ihre Serien Atlantis, Gobi, Taiga und Tonga erkundeten unterschiedliche formale Territorien. Später in ihrer Karriere wandte sie sich emotional aufgeladeneren Arbeiten zu: gerissene Schalen und zerbrochene Glasherzen, die mit Zinn zusammengelötet wurden, Stücke, die eine Auszeichnung für ihr "experimentelles neues Denken mit internationaler Ausrichtung" lobte. Sie entwarf auch Schmuck, Kleidung und Beleuchtung. Anfang der 1980er Jahre war sie Mitbegründerin von Glasvärnarna (Die Glasverteidiger), die sich während einer Branchenkrise, die die Glashütten in Småland bedrohte, für den Erhalt des qualifizierten Glasmacherhandwerks einsetzten.
Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen des Victoria and Albert Museum in London, des Nationalmuseum in Stockholm, des Röhsska Museum in Göteborg und des Museum of Arts and Design in New York. Eine Wanderausstellung von 2008-2009 mit dem Titel "Ingenting är givet. Allt är möjligt" (Nichts ist gegeben. Alles ist möglich) gab einen Überblick über die gesamte Bandbreite ihres Schaffens in Glas, Textilien und Schmuck.
Auf Auctionet dominieren Backströms Glasarbeiten ihre Auktionspräsenz, wobei 215 von 289 Objekten als Glas kategorisiert sind, neben Tischlampen und Skulpturen. Ihre Werke werden am häufigsten bei Kalmar Auktionsverk, Auctionet, Stockholms Auktionsverk Hamburg und Metropol angeboten. Die Preise bleiben für Sammler erschwinglich, wobei signierte Kosta Boda-Stücke typischerweise zwischen 1.000 und 2.500 SEK gehandelt werden, was sie zu einem der liquidesten Namen auf dem schwedischen Sekundärglasmarkt macht. Die Pilze und Tischlampen sind besonders gefragt, stabile Verkäufer, die ein Stück Glasriket-Erbe in jedes Zuhause bringen.