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Mogens Lassen

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Mogens Lassen wurde am 20. Februar 1901 in Kopenhagen in eine Familie mit starken künstlerischen Wurzeln geboren. Sein Vater, Hans Vilhelm Lassen, war Dekorationsmaler, und seine Mutter, Ingeborg Winding, war Malerin. Sein jüngerer Bruder Flemming Lassen (1902-1984) wurde ebenfalls Architekt, und die beiden arbeiteten im Laufe ihrer Karrieren zusammen, die gemeinsam dazu beitrugen, den Kurs des dänischen Modernismus zu prägen.

Bevor Lassen formell zur Architektur überging, absolvierte er eine Ausbildung zum Maurer – eine praktische Grundlage in Materialien und Konstruktion, die sein Werk sein Leben lang prägen sollte. 1923 wurde er an die Königlich Dänische Kunstakademie aufgenommen und bildete sich anschließend in mehreren Kopenhagener Büros weiter, insbesondere von 1925 bis 1934 bei Tyge Hvass. Zwischen 1927 und 1928 arbeitete er in Paris für die dänische Ingenieurfirma Christiani und Nielsen, wo die direkte Auseinandersetzung mit den Bauten und theoretischen Schriften Le Corbusiers sein Denken entscheidend in Richtung des Internationalen Stils lenkte.

Zurück in Dänemark begann Lassen mit dem Entwurf von Privathäusern aus Beton und Stahl und wandte die von Le Corbusier theoretisierten Prinzipien der Pilotis, Dachterrassen, Fensterbänder und offenen Wohnbereiche an. 1935 eröffnete er sein eigenes Büro. Seine Wohnbauten aus den 1930er und 1940er Jahren – Villen und Wohnblöcke – machten ihn zu einer führenden Persönlichkeit des dänischen Funktionalismus. Seine Gebäude waren von der Logik des Tageslichts und der Funktion geprägt, nicht von historischen Konventionen, wobei Außenbereiche als integrale Erweiterungen des Innenraums behandelt wurden.

Parallel zu seinem architektonischen Schaffen entwarf Lassen Möbel, die sich in der Vorstellungswelt der Menschen als noch beständiger erwiesen haben. Der Stuhl ML33, der 1933 erstmals für Fritz Hansen gefertigt wurde, kombinierte ein Stahlrohrgestell mit einem Rohrsitz – ein Stück, das an der Schnittstelle zwischen Bauhaus-Experiment und skandinavischer Handwerkssensibilität angesiedelt ist. Einer der originalen ML33-Stühle ist heute im Dänischen Museum für Kunst und Design in Kopenhagen dauerhaft ausgestellt. Neun Jahre später wandte er mit dem Hocker ML42 von 1942 die gleiche sparsame Logik auf die Form eines dreibeinigen Schuhmacherhockers an und schuf ein skulpturales Stück, das bis heute in Produktion ist, derzeit über Audo Copenhagen. Sein vielleicht bekanntestes Werk ist der Ägyptische Tisch, entworfen für die Kopenhagener Tischlerausstellung im Jahr 1940. Lassen ließ sich direkt von Faltständern inspirieren, die 1922 in Tutanchamuns Grab entdeckt wurden, und schuf einen runden Mahagonitisch auf einem zusammenklappbaren Kreuzfußgestell mit einem Messingriegelmechanismus. Carl Hansen & Søn produziert den Tisch heute als ML10097.

Von 1939 bis 1967 war Lassen Ausstellungsarchitekt für Den Permanente, die ständige Ausstellung für dänische angewandte Kunst und Industriedesign in Kopenhagen. Über fast drei Jahrzehnte hinweg trug sein Präsentationsstil zur visuellen Identität des dänischen Designs für ein internationales Publikum bei, zu einer Zeit, als das Konzept des Danish Modern weltweit an Bedeutung gewann. 1971 verlieh ihm die Königlich Dänische Kunstakademie die C.F. Hansen-Medaille, die höchste Auszeichnung in der dänischen Architektur, in Anerkennung seiner karriereumfassenden Leistungen.

Mogens Lassen starb am 14. Dezember 1987 in Kopenhagen. Seine Entwürfe wurden von der Marke By Lassen, die 2008 von seinen Enkeln gegründet und später in Audo Copenhagen integriert wurde, sowie von Carl Hansen & Søn neu aufgelegt und aktiv produziert. Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheinen seine Möbel regelmäßig bei Bruun Rasmussen und Stockholms Auktionsverk, wobei der Ägyptische Tisch auf dem Sekundärmarkt Ergebnisse von bis zu 22.000 SEK und 21.000 DKK erzielt. Der Hocker ML42, der Sessel ML33 und der Corner Chair für Fritz Hansen sind ebenfalls regelmäßig im Umlauf, was Lassen zu einem der am aktivsten gehandelten skandinavischen Designer des 20. Jahrhunderts macht.

Bewegungen

Danish FunctionalismInternational StyleScandinavian Modernism

Medien

ArchitectureFurniture designInterior designExhibition design

Bemerkenswerte Werke

ML33 Chair1933Tubular steel and cane
Egyptian Table (ML10097)1940Mahogany and brass
ML42 Stool1942Wood
Corner ChairBeech and paper cord
ML33 Armchair (steel)1933Steel and leather

Auszeichnungen

C.F. Hansen Medal, Royal Danish Academy of Fine Arts1971

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