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KünstlerGermangeb.1847–gest.1935

Max Liebermann

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Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 in Berlin als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Textilfabrikanten geboren. Er begann ein Jurastudium und ein Philosophiestudium an der Universität Berlin, bevor er sich ganz der Malerei zuwandte und sich 1868 nach frühen Unterrichtsstunden bei Carl Steffeck an der Kunstschule Weimar einschrieb. Studienaufenthalte in München und längere Aufenthalte in Paris und den Niederlanden in den 1870er und 1880er Jahren brachten ihn dem Freilichtrealismus der Maler von Barbizon und den niederländischen Genret traditions nahe – Einflüsse, die die Direktheit seines frühen Schaffens prägten.

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Sein Debütbild „Gänsemagd“ (1872) stieß in Deutschland auf Kritik wegen seines unsentimentalen Realismus, eine Reaktion, die ihn jahrelang begleiten sollte. Nach seiner endgültigen Rückkehr nach Berlin im Jahr 1884 veränderte sich sein Stil, als er die Techniken des französischen Impressionismus aufnahm, insbesondere durch die Werke von Edouard Manet und Edgar Degas. Licht und Atmosphäre wurden zentraler in seiner Malerei, obwohl er eine deutsche Verbundenheit mit lesbaren Motiven beibehielt – Arbeiter, Badende, Kinder in Schulen und später die bürgerliche Welt der gebildeten Berliner Schichten.

1899 war Liebermann Mitbegründer der Berliner Secession, einer Vereinigung, die den akademischen Konservatismus herausforderte, der die offizielle deutsche Kunst dominierte, und war bis 1911 deren Präsident. Bereits 1897 war er zum Professor an der Berliner Akademie ernannt worden, und 1920 wurde er deren Präsident – eine Position, von der ihn die Nazis 1932 zum Rücktritt zwangen. Als die Akademie 1933 beschloss, keine Werke jüdischer Künstler mehr auszustellen, trat er zurück, anstatt auf seine Ausweisung zu warten, und schrieb die vielzitierte Bemerkung, er könne nicht so viel essen, wie er kotzen wolle.

Ab etwa 1910 wurde der Garten seiner Villa am Wannsee zum zentralen Motiv seines Spätwerks. Über 200 Gemälde und Pastelle dokumentierten die wechselnden Jahreszeiten und das sich verändernde Licht des Gartens und schufen eine der nachhaltigsten Auseinandersetzungen mit einer einzigen häuslichen Landschaft in der deutschen Kunstgeschichte. Zu seinen Porträtaufträgen gehörten Albert Einstein und Paul von Hindenburg. Liebermann starb am 8. Februar 1935; die Gestapo verbot die Teilnahme an seiner Beerdigung aus Angst, sie könnte zu einer öffentlichen Demonstration werden. Seine Frau Martha blieb unter zunehmend schwerer Verfolgung in Berlin und nahm sich 1943 das Leben, um einer Deportation zu entgehen.

Auf dem Auktionsmarkt erzielt Liebermann international bedeutende Preise – sein Rekord liegt bei über 3,7 Millionen US-Dollar bei Sotheby's London. In der Auctionist-Datenbank sind 14 Werke auf deutschsprachigen und nordischen Auktionen verzeichnet, darunter Koller Auktionen, im Kinsky, Van Ham, Stockholms Auktionsverk Hamburg und Grisebach. Die Werke umfassen Gemälde, Zeichnungen und Arbeiten auf Papier. Zu den Spitzenergebnissen in unseren Daten gehören ein Alleenbild von 1931 für 131.250 CHF und zwei Studien zu seinen niederländischen Dorfschulmotiven, die jeweils über 10.000 CHF erzielten. Ein Werk ist Anfang 2026 noch aktiv auf dem Auktionsmarkt.

Bewegungen

ImpressionismGerman ImpressionismRealismBerlin Secession

Medien

Oil on canvasPastelDrawingPrintmakingEtching

Bemerkenswerte Werke

Women Plucking Geese1872Oil on canvas
Schulgang in Laren1898Oil on canvas
Birch Avenue, Wannsee Garden1921Oil on canvas
Portrait of Albert Einstein1925Oil on canvas
Avenue with Fountain1931Oil on canvas

Auszeichnungen

Pour le Merite for Sciences and Arts1917
President, Prussian Academy of Arts1920

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