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KünstlerGermangeb.1884–gest.1950

Max Beckmann

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Max Beckmann malte den Krieg lange bevor die ersten Schüsse fielen. Geboren 1884 in Leipzig, hatte er bereits einen ruhelosen, körperlich aufgeladenen figurativen Stil entwickelt, als er während des Ersten Weltkriegs als Sanitäter an der Westfront diente. Was er dort erlebte – zerbrochene Körper, entwürdigte Würde – veränderte seine Kunst für immer. Die sanfteren Einflüsse des deutschen Impressionismus wichen etwas Härterem und Konfrontativerem.

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In den Jahren der Weimarer Republik wurde Beckmann zu einer zentralen Figur der Bewegung der Neuen Sachlichkeit, obwohl er sich den meisten ihm zugeschriebenen Etiketten, einschließlich Expressionist, widersetzte. Seine Gemälde aus den 1920er Jahren – überfüllte Innenräume, Zirkusartisten, maskierte Figuren, Selbstporträts – trugen eine Bedeutungsdichte, die sich einer einfachen Klassifizierung entzog. Er lehrte an der Städelschule in Frankfurt und galt Ende der 1920er Jahre als einer der bedeutendsten lebenden Maler Deutschlands.

1933 entließ ihn die nationalsozialistische Regierung aus seinem Lehramt, und 1937 wurden über 500 seiner Werke aus deutschen Museen beschlagnahmt. Mehrere erschienen auf der Ausstellung Entartete Kunst in München. An dem Abend, als Hitlers Rede über entartete Kunst im Radio übertragen wurde, verließ Beckmann Deutschland. Er sollte nicht zurückkehren. Er und seine zweite Frau Quappi verbrachten das nächste Jahrzehnt in Amsterdam, wo er trotz Isolation, finanzieller Not und der deutschen Besatzung weiter malte.

Die neun Triptychen, die Beckmann zwischen 1932 und 1950 fertigstellte, gehören zu den ambitioniertesten Werken der Malerei des 20. Jahrhunderts. Das erste, Departure (heute im MoMA), wurde in Frankfurt begonnen, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Es zeigt eine Szene brutaler Gefangenschaft, die ein zentrales Bild einer mysteriösen Abreise – Freiheit oder vielleicht Tod – flankiert, das sich einer einzigen Bedeutung entzieht. Seine produktive Druckgrafik – insgesamt 373 Drucke, vorwiegend Radierungen und Kaltnadelarbeiten – verläuft parallel zu den Gemälden und trägt die gleiche komprimierte Intensität.

1947 erhielt Beckmann endlich ein US-Visum und zog nach New York, wo er an der Washington University in St. Louis und später an der Brooklyn Museum Art School unterrichtete. Er starb am 27. Dezember 1950 in New York, nachdem er gerade sein letztes Selbstporträt fertiggestellt hatte. Diese Selbstporträts, etwa 85 an der Zahl, bilden eines der nachhaltigsten und forschendsten Werke der Selbsterforschung in der westlichen Kunst.

Auf Auctionist teilen sich Beckmanns 21 Objekte in Druckgrafiken und Radierungen (15 Lose) und Gemälde (7 Lose) auf und erscheinen hauptsächlich bei Karl & Faber und Grisebach – zwei deutschen Häusern, die seit langem eine zentrale Rolle auf dem Beckmann-Markt spielen. Die höchsten verzeichneten Verkäufe in unserer Datenbank sind Selbstbildnis für 7.620 EUR und Der große Mann für 6.985 EUR. Diese Zahlen spiegeln das Segment der Druckgrafik und Papierarbeiten eines Marktes wider, der auf höchster Ebene einen Rekord von über 46 Millionen US-Dollar erreichte (Hölle der Vögel, Christie's London, 2017).

Bewegungen

New ObjectivityExpressionismModernism

Medien

Oil on canvasEtchingDrypointLithographyDrawing

Bemerkenswerte Werke

Departure (Abfahrt)1932
Selbstbildnis gelb-rosa (Self-Portrait Yellow-Pink)1943
Hölle der Vögel (Bird's Hell)1937
Die Hölle (Hell)1919
Selbstbildnis mit steifem Hut1921

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