
KünstlerSwedish
Martin Wickström
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Irgendwo zwischen einem Filmstill, einem Propagandaposter und einem Reisetagebuch liegt das bildnerische Territorium, das Martin Wickström seit vier Jahrzehnten besetzt. Geboren 1957 in Finspång, Schweden, studierte Wickström von 1977 bis 1981 an der Gerlesborgsskolan in Stockholm, bevor er von 1982 bis 1987 seine Studien am Königlichen Kunstinstitut in derselben Stadt abschloss. Diese Jahre prägten einen Künstler, der in den folgenden Jahrzehnten vielschichtige visuelle Systeme aus Ölfarbe, gefundenen Fotografien und zusammengesetzten Objekten konstruierte.
Wickströms Gemälde funktionieren wie Kollisionen – Plastikeimer, die mit fotorealistischer Präzision wiedergegeben werden, stehen neben retro-grafischen Texten, reflektierenden Wasseroberflächen und architektonischen Fassaden, die von seinen Reisen durch Europa, Asien und anderswo stammen. Eine bedeutende Zeit in Vietnam lieferte das, was er als den zentralen Anker seiner bildnerischen Vorstellungskraft beschrieben hat: der Parfümfluss in Hue, das Palimpsest amerikanischer Militärbeschilderung, das noch auf bröckelnden Mauern sichtbar ist, das Gewicht umstrittener Geschichten trifft auf die alltägliche Textur des Lebens. Diese Gemälde illustrieren diese Erfahrung nicht so sehr, als dass sie daraus eine neue Art von Erinnerung konstruieren.
Seine Praxis erstreckt sich über die flache Leinwand hinaus. Die Mixed-Media-Objektreihe, deren '3-D Micro Combiner III' ein Beispiel ist, platziert gemalte Elemente, gedruckte Bilder und skulpturale Komponenten in gerahmten Assemblagen. Diese Werke deuten an, wie Erinnerung selbst organisiert wird – nicht als sauberes Archiv, sondern als dichtes Sammelalbum, in dem das Persönliche und das Kollektive verschwimmen. Ausstellungen wie 'Perfume River' in der Mike Weiss Gallery in New York im Jahr 2014 und 'Paradiso (Out of the Red)' in der Galerie Forsblom in Stockholm im Jahr 2018 haben diese Sensibilität einem internationalen Publikum nähergebracht.
Wickströms Retrospektive 'Mount Florida' in der Galerie Leu in München 2022-2023 bot den bisher umfassendsten Überblick über seine Karriere und zeichnete die Entwicklung seiner Montagesprache über vier Jahrzehnte nach. Frühere Wanderausstellungen, darunter 'Anita and the Sea', die 2008 in Skövde, Örebro, Norrtälje Konsthall und im Eskilstuna Art Museum gezeigt wurde, zeigten seine anhaltende Präsenz im schwedischen institutionellen Leben.
Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter das Moderna Museet in Stockholm, das Göteborgs Konstmuseum, das Norrköpings Konstmuseum, das Skövde Konstmuseum, das Malmö Konstmuseum und das EMMA – Espoo Museum of Modern Art in Finnland, sowie in der nordischen Sammlung von Fredrik Roos.
Auf nordischen Auktionen ist Wickström bei Häusern wie Stockholms Auktionsverk, Bukowskis und Markus Auktioner vertreten, mit einer Bandbreite von 11 katalogisierten Werken, die von Giclée-Drucken und Skulpturen bis hin zu Mixed-Media-Arbeiten reichen. Sein höchstes verzeichnetes Ergebnis bei einer Auktion liegt bei 5.000 EUR für '3-D Micro Combiner III', was das Sammlerinteresse an seinen dreidimensionalen Arbeiten neben seinen Gemälden unterstreicht.