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Marimekko
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Im Nachkriegs-Helsinki verwandelten eine karelische Flüchtlingsfrau und ihr Mann eine Wachstuchfabrik in eine der markantesten Designmarken des zwanzigsten Jahrhunderts. Armi Ratia, geboren 1912 in Pälkjärvi in Ladoga-Karelien, hatte an der Zentralen Kunstgewerbeschule studiert und eine kleine Weberei betrieben, bevor die sowjetische Besetzung Kareliens ihre Familie 1944 nach Westen zwang. Zusammen mit ihrem Mann Viljo, der die angeschlagene Printex-Fabrik erworben hatte, gründete sie 1951 Marimekko. Der Name kombinierte "Mari" (von Armi's zweitem Vornamen Maria) mit "mekko", dem finnischen Wort für Kleid.
Zwei Designer prägten die frühe Identität von Marimekko. Vuokko Nurmesniemi kam 1953 dazu und führte die kühne, grafische Schlichtheit ein, die zum Markenzeichen des Unternehmens wurde. Nachdem Nurmesniemi 1960 gegangen war, wurde Maija Isola zur dominierenden kreativen Kraft. Isola entwarf über 500 Muster für Marimekko. Ihre beständigste Kreation entstand 1964, als sie das Mohnblumenmuster Unikko von Hand malte. Das Design war ein Akt stillen Trotzes: Armi Ratia hatte erklärt, Marimekko würde niemals Blumenmuster produzieren. Isola machte die Blumen trotzdem, und Ratia gab nach. Unikko wird seitdem ununterbrochen produziert.
Marimekkos internationaler Durchbruch gelang im Dezember 1960, als Jacqueline Kennedy sieben Marimekko-Kleider kaufte. Sie wurde auf dem Cover von Sports Illustrated in einem leuchtend pinken Kleid abgebildet. In den 1960er und 1970er Jahren expandierte die Marke in die Bereiche Wohnaccessoires, Geschirr und Heimtextilien.
Die Designphilosophie des Unternehmens spiegelte einen breiteren finnischen Ansatz zur Moderne wider. Wo das skandinavische Design in Schweden und Dänemark oft organische Formen und gedämpfte Töne betonte, setzte Marimekko auf großflächige Muster in lebendigen, kompromisslosen Farben. Die Stoffe wurden in der eigenen Fabrik des Unternehmens in Helsinki im Siebdruckverfahren bedruckt.
Isolas Tochter, Kristina Isola, entwarf weiterhin für die Marke, und Originaldrucke aus den 1950er und 1960er Jahren bleiben in Produktion. Auf nordischen Auktionsmärkten tauchen Marimekko-Artikel regelmäßig auf, wobei 105 Lose auf Auctionist verzeichnet sind. Stockholms Auktionsverk Helsinki wickelt den größten Anteil ab. Zu den Spitzenergebnissen gehören ein Mantel für 9.244 SEK, Karla-Handtaschen für 5.583 SEK und eine Ritva Falla-Jacke für 4.174 SEK.