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Marianne Starck
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Marianne Starck wuchs in Norddeutschland auf und fand über einen traditionellen Handwerkszweig zur Keramik. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei Thoms Keramik in Brunsbüttel, einer kleinen Töpferei in Schleswig-Holstein, bevor sie ihre Ausbildung durch ein Studium der Grafik an der Landeskunstschule in Hamburg erweiterte. Diese Kombination aus praktischer Keramikausbildung und formaler Designausbildung prägte den Charakter all ihrer Werke für den Rest ihrer Karriere.
1955 zog Starck auf die Ostseeinsel Bornholm, um die Position der künstlerischen Leiterin bei Michael Andersen & Son zu übernehmen, einer 1890 in Rønne gegründeten Töpferei. Das Unternehmen hatte bereits eine ausgeprägte Identität entwickelt, insbesondere durch die Persiaglasur – ein komplexes Craquelé-Finish, das Daniel Andersen in den 1930er Jahren einführte und das ein feines Netz aus eckigen Linien über die Oberfläche erzeugt, das an antike glasierte Kacheln erinnert. Starck übernahm diese Technik und machte sie zu ihrer eigenen, indem sie sie auf eine neue Generation von Formen anwandte: Steinzeuglampen, Schalen, Wandreliefs, Vasen und Zierfliesen, die sich natürlich in die Inneneinrichtung des skandinavischen Nachkriegshauses einfügten.
Ihre auffälligste Serie war die "Negro"-Serie, die in den 1950er Jahren entwickelt wurde. Diese Stücke weisen weiße Motive – Figuren, Tiere, abstrakte Formen – auf, die durch eine dunkle Außenschicht geschnitzt wurden, um den hellen Ton darunter freizulegen. Die Formen wurden im Gießverfahren hergestellt und dann einzeln von Hand bearbeitet und geschnitzt, was bedeutete, dass kein Stück dem anderen glich. Der visuelle Kontrast ist scharf und unmittelbar, und die Serie ist seitdem der begehrteste Teil des Katalogs von Michael Andersen & Son bei Sammlern.
Starcks grafische Ausbildung zeigt sich in ihrem gesamten Werk. Ihre dekorativen Oberflächen tendieren zu kühnen, lesbaren Motiven anstelle feiner malerischer Details: Vögel, Fische, Pflanzenformen und figurative Motive, die mit Sparsamkeit wiedergegeben sind. Die Persiaglasur funktioniert ähnlich – sie ist eine kontrollierte Unvorhersehbarkeit, eine Oberfläche, die reich strukturiert wirkt, ohne mit der darunter liegenden Form zu konkurrieren.
Sie blieb 38 Jahre bei Michael Andersen & Son, von 1955 bis zum Verkauf des Unternehmens im Jahr 1993 an die Keramikerin Solveig Ussing. Ihre Arbeiten sind in Museumssammlungen in den nordischen Ländern und Deutschland vertreten. Sie starb 2007.
Auf Auktionen erscheint Starcks Schaffen hauptsächlich als Steinzeug-Tischlampen und Wandreliefs, was mit den DB-Belegen von Auctionist übereinstimmt: Von ihren 14 Objekten sind sechs als Keramik und sechs als Tischlampen kategorisiert. Werke wurden unter anderem bei Palsgaard Kunstauktioner, Helsingborgs Auktionskammare und Halmstads Auktionskammare angeboten. Eine braun glasierte Steinzeug-Tischlampe erzielte 1.152 SEK, während eine Steinzeugvase und eine Tischlampe der "Negro"-Serie jeweils 300 SEK einbrachten. Auf dem internationalen Markt werden einzelne Lampen zwischen 600 und 900 Euro gehandelt, Paare erreichen 1.600 Euro.