
KünstlerNorwegiangeb.1841–gest.1896
Ludvig Munthe
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Ein grauer Himmel, der tief über einem kahlen Wald hängt, ein gefrorener Bach, der das letzte Licht einfängt – Ludvig Munthe arbeitete während eines Großteils seiner Karriere in diesem emotionalen Register. Geboren 1841 in Årøy, nahe Sogndal in Westnorwegen, wuchs er umgeben von Fjordlandschaften auf, bevor er mit siebzehn Jahren nach Bergen ging, um bei Franz Wilhelm Schiertz zu studieren, einem deutschen Maler, der sich in Norwegen niedergelassen hatte. Es war Schiertz, der ihn nach Düsseldorf schickte, damals das einflussreichste Zentrum der Landschaftsmalerei in Europa.
An der Kunstakademie Düsseldorf bildete sich Munthe unter Albert Flamm aus und nahm die Kernprinzipien der Schule auf: sorgfältig beobachtete Natur, ausdrucksstarkes Licht und Szenen, die eher auf Stimmung als auf Dramatik basieren. Er ließ sich dauerhaft in Düsseldorf nieder und kehrte nur selten nach Norwegen zurück. Stattdessen fand er seine Motive in den rheinischen Tiefebenen und deutschen Wäldern, malte Herbst- und Winterszenen bei bedecktem oder stürmischem Licht, Küstenfischerdörfer und breite, vom Nebel geglättete Horizonte. Die von ihm bevorzugte Palette – Grau, Ocker, gedecktes Braun – wurde zu einer Art Markenzeichen.
Seine Werke fanden ein Publikum in ganz Nordeuropa. Gemälde gelangten in die Sammlungen des Nasjonalmuseet in Oslo, des Nationalmuseums in Stockholm, der Nationalgalerie in Berlin und der Kunsthalle in Mannheim. 1878 verlieh ihm die französische Regierung die Ehrenlegion, und 1881 wurde er von der norwegischen Krone zum Ritter des Ordens des Heiligen Olav ernannt – eine Anerkennung aus zwei Ländern für einen Künstler, der ein drittes zu seiner Heimat gewählt hatte. Er starb 1896 im Alter von fünfundfünfzig Jahren in Düsseldorf.
Obwohl tief in der Düsseldorfer Tradition verwurzelt, war Munthe kein formelhafter Maler. Seine Winterlandschaften strahlen eine besondere Stille aus, eine Art, die weniger wie eine kompositorische Entscheidung wirkt, sondern eher wie ein Zustand der Aufmerksamkeit. Seine Darstellungen von Fischerdörfern und norwegischen Küstenszenen zeigen eine echte Ortspezifität, selbst wenn sie durch eine deutsche akademische Linse betrachtet werden.
Auf dem aktuellen Auktionsmarkt erscheint Munthes Werk hauptsächlich über Grev Wedels Plass Auksjoner und Nyborgs Auksjoner. Jüngste Ergebnisse umfassen eine Blumenmarkt-Szene für 125.000 NOK, eine Winterlandschaft mit Fuchs aus dem Jahr 1867 für 120.000 NOK und mehrere pastorale deutsche Landschaften im Bereich von 55.000-78.000 NOK. Die 23 auf Auctionist verfolgten Lose werden von Gemälden dominiert, was bestätigt, dass Öl auf Leinwand das Format bleibt, das Sammler suchen.