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Lasse Marttinen
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Lasse Marttinen wurde am 25. September 1926 in Helsinki geboren, in ein Finnland, das sich inmitten eines rasanten sozialen und kulturellen Wandels befand. Er studierte von 1946 bis 1948 an der Finnischen Kunstakademie und gleichzeitig von 1947 bis 1949 an der Freien Kunstschule – eine doppelte Ausbildung, die sowohl seine technische Bandbreite als auch seine Neugier auf die Grenzen zwischen bildender Kunst und anderen Formen kreativen Schaffens prägte.
Diese anderen Tätigkeiten waren nicht nebensächlich. In den späten 1940er und bis Mitte der 1950er Jahre arbeitete Marttinen als Musiker und von 1955 bis 1960 als Bühnenbildner, wodurch er seiner bildenden Kunst eine Kompositions- und Raumgestaltung verlieh, die während seiner gesamten Karriere sichtbar blieb. In den 1940er Jahren war er außerdem Chefredakteur der Jugendzeitschrift Kimmo, für die er zwei Comicstrips zeichnete. Diese für die damalige Zeit ungewöhnliche Bandbreite über verschiedene Disziplinen hinweg verlieh seinem malerischen Werk eine Grundlage in Erzählung und visueller Kommunikation.
1953 gehörte Marttinen zu den Gründern der Künstlergruppe Brondan vinti, die finnische Maler im Geiste der Erforschung zusammenbrachte, was den konservativeren Strömungen in der damaligen finnischen Kunst entgegenlief. Die Gruppe bestand bis 1959 und ihre aktiven Jahre fielen in eine Periode, in der Marttinen die Themen und malerischen Ansätze etablierte, die er in den folgenden Jahrzehnten verfeinern sollte: Landschaften der finnischen Hauptstadt und ihrer Umgebung, Stillleben und Porträts, die mit Aufmerksamkeit für Atmosphäre und natürliches Licht gestaltet wurden.
1968 gründete er die Kunstschule Espoo (Espoon Taidekoulu), wo er viele Jahre lang unterrichtete und Aktivitäten leitete und so direkt zur Entwicklung der Kunstausbildung in der Region Groß-Helsinki beitrug. Seine Serigraphien aus den 1980er Jahren – darunter „Sirkus Finland“ und „Ilmasirkus“, die in nummerierten Auflagen produziert wurden – zeugen von seiner Bereitschaft, sich neben seiner Ölmalerei auch mit Druckgrafik und populären Formaten auseinanderzusetzen. Marttinen starb am 28. November 2007 in Espoo. Seine Gemälde befinden sich in den Sammlungen des Tampere Museum of Contemporary Art, des Amos Anderson Art Museum, des Oulu Art Museum und des Nelimarkka Museum.