
KünstlerNorwegiangeb.1808–gest.1879
Knud Baade
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Knud Andreassen Baade wurde am 28. März 1808 in Skjold, einem kleinen Dorf in Rogaland, Norwegen, geboren. Seine Familie zog nach Bergen, als er noch ein Junge war, und dort begann er im Alter von fünfzehn Jahren seine formale künstlerische Ausbildung bei dem dänisch-schwedischen Maler Carl Peter Lehmann. Die dramatische Küstenlandschaft von Bergen hinterließ offensichtlich einen Eindruck bei dem jungen Künstler, obwohl seine eigentliche Ausbildung noch bevorstand. 1827 reiste er nach Kopenhagen und schrieb sich an der Königlich Dänischen Kunstakademie ein, wo er etwa drei Jahre studierte, bis ihn finanzielle Schwierigkeiten zwangen, nach Christiania (heute Oslo) zurückzukehren und als Einkommensquelle Porträtmalerei zu betreiben.
Die entscheidende Wende in Baades Entwicklung kam 1836, als der renommierte Landschaftsmaler Johan Christian Dahl ihn ermutigte, nach Dresden zu reisen. Dort verbrachte er drei Jahre damit, die Atmosphäre der deutschen Romantik aufzusaugen, und vor allem traf er Caspar David Friedrich. Friedrichs Philosophie des Erhabenen – die Idee, dass die Natur spirituelle Geheimnisse und menschliche Kleinheit ausdrücken könne – wurzelte tief in Baades Schaffen und prägte jede bedeutende Leinwand, die er für den Rest seiner Karriere schuf. 1839 kehrte er nach Norwegen zurück, angeblich wegen Problemen mit seiner Sehkraft, aber die Dresdner Jahre hatten seine künstlerische Vision dauerhaft neu ausgerichtet.
1846 ließ sich Baade in München nieder, und die Stadt wurde bis zu seinem Tod seine ständige Basis. München war Mitte des 19. Jahrhunderts ein blühendes Zentrum für akademische Malerei und nordeuropäische Landschaftskunst, und Baade erwarb sich dort einen unverwechselbaren Ruf als Spezialist für norwegische Küsten- und Fjordbilder, die im Mondlicht dargestellt wurden. Seine Kompositionen zeigen charakteristischerweise zerklüftete Felsformationen, spiegelnde Wasseroberflächen und eine blasse Mondscheibe, die Wolken in leuchtendes Silber auflöst – eine Stimmung, die zugleich heiter und von romantischer Spannung erfüllt ist. Werke wie "Mondschein an der Küste Norwegens" und Ansichten der Hardanger- und Sognefjorde brachten seine Heimat einem internationalen Publikum lebendig nahe, das nicht leicht dorthin reisen konnte.
Baades Schaffen ging über reine Landschaftsfantasie hinaus. Er dokumentierte spezifisch norwegische Monumente, darunter die mittelalterliche Stabkirche von Urnes in Sogn, und unternahm Studienreisen nach Hardanger und in andere abgelegene Regionen, um Licht und Topographie aus erster Hand zu studieren. Er malte auch Alpen- und mitteleuropäische Landschaften aus Bayern, Sachsen, Tirol und der Schweiz, obwohl Norwegen immer sein bestimmendes Thema blieb. Seine technische Beherrschung der nächtlichen Beleuchtung – das Malen überzeugenden Mondlichts, bevor fotografische Referenzen verfügbar waren – erforderte eine anhaltende Beobachtungsdisziplin, die nur wenige Zeitgenossen erreichten.
Sein Ansehen in der breiteren europäischen Kunstwelt wurde formell anerkannt: Baade wurde zum Hofmaler Schwedens ernannt und zum Mitglied der Königlich Schwedischen Kunstakademie gewählt. Er ist im Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design in Oslo mit mehr als fünfzig Gemälden vertreten, eine Sammlung, die widerspiegelt, wie beständig seine Werke zu seinen Lebzeiten gesammelt wurden. Das Bergen Kunstmuseum beherbergt ebenfalls bedeutende Leinwände, darunter ein mondbeschienenes Ölgemälde aus dem Jahr 1869.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheint Baades Werk regelmäßig bei Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, wo alle derzeit auf Auctionist gelisteten 22 Objekte zu finden sind. Zu den Top-Auktionsergebnissen gehören die Winterlandschaft "Winter 1834" für 130.000 NOK, "Norwegische Küste im Mondschein" für 58.000 NOK und "Fiskers hus i måneskinn 1855" für 48.000 NOK. Küsten- und Fjord-Mondscheinbilder erregen durchweg das größte Interesse, was bestätigt, dass Sammler ihn am meisten für die Werke schätzen, die seine Münchner Jahrzehnte definierten.