
KünstlerNorwegiangeb.1855–gest.1940
Karl Uchermann
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Karl Uchermann wurde am 31. Januar 1855 in Borge, Lofoten, in eine Familie geboren, die im norwegischen öffentlichen Leben verankert war. Sein Vater war Gemeindepfarrer, und zu seinen Verwandten zählten zwei Ministerpräsidenten – Frederik Stang und Emil Stang – sowie der Arzt Vilhelm Uchermann. Dieser Hintergrund brachte ihn in ein gebildetes, reformorientiertes Milieu, doch seine eigenen Ambitionen wiesen fest in Richtung des Ateliers.
Seine Ausbildung war nach damaligen Maßstäben gründlich und international. Er begann von 1872 bis 1875 an der Norwegischen Nationalen Akademie für Handwerk und Kunstindustrie in Christiania und zog dann nach Bergen, um bei Anders Askevold zu studieren, einem Spezialisten für Tier- und Landschaftsmalerei, dessen Einfluss auf norwegische Künstler der damaligen Zeit beträchtlich war. Von dort ging Uchermann nach München und schrieb sich von 1876 bis 1878 an der Akademie der Bildenden Künste ein, wo er 1877 eine Silbermedaille für ein Porträt erhielt. Anschließend verbrachte er drei Jahre in Paris, von 1878 bis 1881, und arbeitete unter Emile van Marcke de Lummen – einem französischen Tiermaler in der Tradition von Barbizon, der selbst bei Constant Troyon studiert hatte. Auf dem Pariser Salon von 1880 erhielt Uchermanns Jagdszene „Hvile paa Jagten“ (Ruhe auf der Jagd) eine Mention Honorable, eine bemerkenswerte Leistung für einen jungen skandinavischen Maler in der französischen Hauptstadt.
Zurück in Norwegen baute Uchermann eine Praxis auf, die sich auf Tiere konzentrierte – vor allem Hunde, aber auch Geflügel, Jagdvögel und gemischte Bauernhofmotive. Seine Leinwände verbinden die genaue Beobachtung eines Askevold-Schülers mit der malerischen Lockerheit, die er von van Marcke aufgenommen hatte: Fell und Federn mit taktiler Spezifität wiedergegeben, Figuren in überzeugendem Licht platziert, ohne die Steifheit akademischer Porträtmalerei. Jagdhunde in Ruhe oder bei der Arbeit blieben ein Markenzeichen seiner Karriere, und seine Fähigkeit, individuelle Charaktere in Tiergesichtern darzustellen, verlieh diesen Werken besonderen Reiz für Sammler von Jagdbildern.
Das Nasjonalmuseet beherbergt mehrere Gemälde, die seine Karriere umspannen: „Flamsk hundeforspann“ (Flämische Hundemannschaft) von 1880, „Fienden kommer“ (Der Feind naht) von 1895 und „I solveggen“ (In der Sonne) von 1899. „Julenek med fugler“ (Weihnachtskorn mit Vögeln) von 1882 hängt im Königlichen Palast in Oslo. Neben der Malerei verfolgte Uchermann ein erfinderisches Nebeninteresse, das zu einer unwahrscheinlichen historischen Fußnote führte: 1901 entwarf er in Zusammenarbeit mit Nils Krag die als weltweit erste praktische Frankiermaschine geltende Vorrichtung. 1935, fünf Jahre vor seinem Tod in Oslo am 15. Oktober 1940, wurde er mit der Königlichen Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet.
Auf dem Auktionsmarkt wurden alle 25 seiner verzeichneten Auftritte bei Auctionist über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo verkauft, was seinen Status als norwegischer Spezialisten-Markenmaler bestätigt. Die Spitzenresultate sind beträchtlich: „Jakthunder med fuglevilt“ (Jagdhunde mit Jagdvögeln) erzielte 195.000 NOK, gefolgt von „Mops, høne og spurv“ für 70.000 NOK und einem Porträt zweier Jagdhunde für 62.000 NOK. Die Preisspanne seiner verkauften Werke spiegelt die stetige Sammlernachfrage nach hochwertigen Tiermotiven auf dem norwegischen Markt wider.