
KünstlerAustriangeb.1937
Karl Korab
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Karl Korabs Herangehensweise besitzt eine geologische Geduld – seine Leinwände und Papierarbeiten sammeln Material an, so wie eine Landschaft Sedimente ansammelt. Sand, Asche, Holzfragmente, Metall und zerrissenes Papier werden neben Öl in bemalte Oberflächen gepresst, wodurch Werke entstehen, die sowohl das Gesehene als auch dessen Entstehung dokumentieren. Dies ist keine Collage im dekorativen Sinne, sondern etwas Strukturelleres: die Textur einer Landschaft, interpretiert durch die Textur des Schaffens.
Korab wurde am 26. April 1937 in Falkenstein, einer kleinen Stadt im niederösterreichischen Weinviertel, geboren, wo sein Vater als Oberförster tätig war. Die Landschaft um Falkenstein – die weiten Felder des Weinviertels, die bewaldeten Höhen des nördlich und westlich gelegenen Waldviertels – wurde zu einer beständigen Präsenz in seiner gesamten Karriere. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Sonndorf bei Maissau und hält seine Praxis in dem regionalen Terrain verwurzelt, das er malt.
1957 trat er in die Akademie der bildenden Künste in Wien ein und studierte bei Sergius Pauser und Herbert Boeckl. Beide waren bedeutende Persönlichkeiten der österreichischen Moderne, und die Akademie brachte Korab in diesen Jahren in Kontakt mit der Wiener Schule des Phantastischen Realismus – Ernst Fuchs und seinem Kreis, die in einer minutiös detaillierten Manier arbeiteten, abgeleitet von den Alten Meistern und durchdrungen von surrealen, symbolischen Inhalten. Korab absorbierte diesen Einfluss, ohne sich von ihm vereinnahmen zu lassen. Mitte der 1960er Jahre hatte er sich von dieser Ausdrucksform gelöst und entwickelte die geschichtete, materialreiche Herangehensweise, die sein reifes Werk prägen sollte.
Der Wendepunkt kam teilweise durch seine Entdeckung der Collage als konstruktive Technik – nicht einfach das Einkleben von Bildern, sondern die direkte Einbeziehung von Nicht-Papier-Materialien in die bemalte Oberfläche. Seine Themen verschoben sich hin zu Landschaften aus dem Wald- und Weinviertel, Stillleben und gelegentlichen Köpfen und Figuren, die in einer Bildsprache wiedergegeben wurden, die weder naturalistisch noch vollständig abstrakt war, sondern irgendwo im Raum zwischen Beobachtung und Struktur lag.
1971 unterzeichnete er einen Zehnjahresvertrag mit der Galerie Jan Krugier in Genf, eine Partnerschaft, die internationale Ausstellungszirkel eröffnete. Über Krugier zeigte Korab Werke in Paris, London, New York, Brüssel, Tokio, Genf und Zürich – eine Bandbreite, die seiner Praxis internationale Bekanntheit verschaffte, während sein tägliches Leben in Niederösterreich verwurzelt blieb. Ab 1960 war er auf Ausstellungen im In- und Ausland vertreten; 1961 wurde er Mitglied des Künstlerhauses Wien, einer der ältesten Künstlervereinigungen Österreichs.
Eine Einzelausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien im Jahr 1999, die im Palais Harrach stattfand, brachte seine Arbeit in den Dialog mit einem der großen europäischen Museumskontexte. Seine Gemälde und Druckgrafiken befinden sich in den Sammlungen des San Jose Museum of Art, des Museum Liaunig in Neuhaus (Kärnten) und des Strabag Kunstforum in Wien. Er entwarf einen Spielkartenstapel für den Verlag Piatnik – eine charakteristische Erweiterung seiner grafischen Sensibilität in angewandter Form.
Zu den Auszeichnungen gehören der Kulturpreis des Landes Niederösterreich (1972), die Goldene Medaille für Verdienste um das Land Niederösterreich anlässlich einer Retrospektive in Grafenegg (1997) und das Große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (2012).
Auf der Plattform Auctionist sind Korabs 13 verzeichneten Werke alle im Dorotheum Wien erschienen – dem Hauptmarkt für seine Arbeiten –, darunter Gemälde, Druckgrafiken, Zeichnungen und Mixed Media. Im Dorotheum reichten die erzielten Preise über verschiedene Auktionskategorien hinweg von 300 EUR für eine Druckgrafik bis zu 3.902 EUR für ein größeres Ölgemälde, während bedeutende Werke bei im Kinsky einen Hammerpreis von 52.000 EUR erreichten. Seine Druckgrafiken und Papierarbeiten werden regelmäßig gehandelt und erzielen tendenziell 300-850 EUR, was sie zu einem zugänglichen Einstieg in sein Schaffen macht.