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Karl Axel Pehrson
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Ein goldener Käfer in einer Glasvitrine an der Stockholmer U-Bahn-Station Gärdet fängt den Blick jedes vorbeieilenden Pendlers, ein unmögliches Insekt, präzise in seiner Anatomie und doch keiner bekannten Art angehörig. Es ist eines von mehreren fantastischen Geschöpfen, die dort 1967 von Karl Axel Pehrson installiert wurden, einem Künstler, dessen Karriere einen Bogen von reiner geometrischer Abstraktion zu einer üppigen, surrealen Welt voller erfundener Flora und Fauna spannte. Geboren am 30. Oktober 1921 in Örebro, verlor Pehrson seinen Vater noch vor seinem ersten Geburtstag bei einem Verkehrsunfall. Von seiner Mutter zusammen mit sieben Geschwistern in einem von Literatur und Musik geprägten Haushalt aufgezogen, zeigte er früh kreatives Talent und spielte während seines Militärdienstes Klavier in einem lokalen Jazzorchester.
Pehrsons formale Ausbildung begann 1937 an Edvin Berggrens Malschule in Stockholm, setzte sich von 1938 bis 1940 unter Otte Sköld fort und gipfelte an der Königlichen Akademie der Schönen Künste, wo er von 1940 bis 1946 unter Sköld, Sven Erixson und Fritiof Schüldt studierte. Im Frühjahr 1947 trat er mit der wegweisenden Ausstellung "Ung konst" in der Galleri Färg och Form, zusammen mit Lennart Rodhe, Olle Bonniér, Pierre Olofsson und Lage Lindell, an die Öffentlichkeit. Die Schau führte den Konkretismus dem schwedischen Publikum vor und etablierte Pehrson als zentrale Figur der Nachkriegsavantgarde des Landes. Seine raffinierten, bewegungsreichen Leinwände mit sich überschneidenden Ebenen und Linien erregten internationale Aufmerksamkeit: Er stellte 1948, 1949 und 1950 auf den Salons der Réalités Nouvelles in Paris aus, und sein Gemälde "Streams" wurde für den Umschlag einer Wanderausstellung schwedischer abstrakter Kunst der Smithsonian Institution im Jahr 1955 ausgewählt.
Dann, in den frühen 1960er Jahren, wandte sich Pehrson von der nicht-figurativen Malerei ab. Was daraus entstand, war etwas ganz Persönliches: dicht geschichtete Leinwände mit imaginären Insekten, exotischen Vögeln und botanischen Formen, dargestellt in schillernden Farben. Er pflegte sein "Formbuch", ein zwanghaftes visuelles Tagebuch von Formen, die er beim Telefonieren kritzelte, beim Skizzieren von Käfern auf Reisen oder beim genauen Beobachten der Natur festhielt. Er reiste mit den Künstlerkollegen Birgit, Gunnar und Ingrid Brusewitz nach Australien, um Insektenexemplare zu studieren, und behandelte die Expedition als naturalistische Untersuchung, die mit künstlerischer Fantasie verschmolzen war. Seine erfundenen Taxonomien, Titel wie "Trilingula pseudo ranundulus" und "Vyer från Negalsor", lassen an einen Wissenschaftler aus einer Parallelwelt denken, der Arten katalogisiert, die nur auf seinen Leinwänden existieren.
Pehrsons kreatives Spektrum reichte weit über die Staffeleimalerei hinaus. Für STOBO in Stockholm entwarf er Siebdruck-Möbelstoffe, darunter "Stratosphere" (1956), ein Leinen, das heute im Victoria and Albert Museum in London aufbewahrt wird. Sein bekanntestes Design ist jedoch der Guldbaggen, die goldene Käferstatuette, die seit 1964 jährlich vom Schwedischen Filminstitut verliehen wird. Jede frühe Version war ein Unikat: ein rosafarbener Kupferkäfer, emailliert und vergoldet, individuell von Pehrson selbst handbemalt. Er wählte den Käfer, so sagte er, weil sein Verhalten und seine Lebensweise der Filmkunst ähnelten.
Das Moderna Museet beherbergt 136 seiner Werke, darunter Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und grafische Drucke. Das Nationalmuseum, das Örebro läns museum (Heimat der Karl Axel Pehrson Foundation Collection) und regionale Museen in Göteborg, Norrköping und Kalmar verfügen ebenfalls über bedeutende Sammlungen. Er starb am 10. August 2005 in Danderyd.
Auf dem schwedischen Auktionsmarkt zirkulieren Pehrsons grafische Drucke und Gemälde stetig über Auktionshäuser wie Crafoord Auktioner, Stockholms Auktionsverk, Metropol und Halmstads Auktionskammare, wobei 133 Lose auf Auctionist verzeichnet sind. Seine Farblithografien aus der späteren, figurativen Periode sind die am häufigsten angebotenen Werke. Spitzenpreise haben sich bei rund 12.000 SEK für Ölgemälde mit seinen charakteristischen botanisch-insektischen Fantasien eingependelt, während Drucke typischerweise zu erschwinglicheren Preisen gehandelt werden, was seine Werke zu einem beständigen Einstiegspunkt für Sammler macht, die sich für die schwedische Nachkriegsmoderne und ihre wilderen, fantasievolleren Ausläufer interessieren.