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Kaj Franck
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Nimmt man alles Unnötige vom Esstisch weg, bleibt Kilta übrig. Dieses Ende der 1940er Jahre entworfene, stapelbare, kombinierbare und radikal einfache Keramikgeschirr, das heute noch als Teema produziert wird, verkörpert alles, was Kaj Franck über die Beziehung zwischen Menschen und den von ihnen täglich genutzten Objekten glaubte. Keine Dekoration. Kein Schnickschnack. Nur Form, reduziert auf ihren reinsten, demokratischsten Ausdruck.
Kaj Gabriel Franck (9. November 1911, 26. September 1989) wurde in Wyborg geboren, damals Teil Finnlands, heute Russland. Er studierte Möbeldesign an der Central School of Industrial Design in Helsinki und schloss sein Studium 1932 ab. Nach seiner Tätigkeit als Katalogillustrator für die Riihimäki-Glashütte und der Erkundung des Textildesigns diente er während des Zweiten Weltkriegs in den finnischen Streitkräften. 1945 trat er als Designchef in die Arabia-Keramikfabrik ein, eine Position, die das finnische Tafelgeschirr für Generationen prägen sollte.
Bei Arabia näherte sich Franck der Nachkriegsküche mit dem Blick eines Sozialreformers. Finnland baute wieder auf, und er glaubte, dass einfache Leute schöne, funktionale Objekte verdienten, keine aufwendigen Tafelservices mit Dutzenden von Spezialteilen, sondern modulare, austauschbare Formen, die mehreren Zwecken dienen konnten. Kilta, das 1952 auf den Markt kam, war sein Manifest in Ton: quadratische Teller, runde Schüsseln, zylindrische Tassen, alle so konzipiert, dass sie ordentlich stapelbar und farblich frei kombinierbar waren. Es war eine stille Revolution in der Art und Weise, wie die Finnen ihre Tische deckten.
Gleichzeitig war Franck von 1951 bis 1976 künstlerischer Leiter der Nuutajärvi-Glashütte, wo sich eine ganz andere Seite seiner kreativen Persönlichkeit zeigte. Während seine Keramik Zurückhaltung verkörperte, war sein Studioglas für Nuutajärvi kühn, experimentell und oft atemberaubend farbenfroh. Seine "Kremlin Bells"-Karaffen, die prismatischen Kartio-Trinkgläser und abstrakten Skulpturen in lebhaften Farbtönen zeigten einen Designer, der verstand, dass Funktionalismus und künstlerische Freiheit keine Gegensätze, sondern komplementäre Impulse waren.
Oft als "das Gewissen des finnischen Designs" bezeichnet, war Franck ein rigoroser Denker, der jede Annahme darüber, wie Objekte aussehen und funktionieren sollten, hinterfragte. Er lehrte von 1960 an am Institut für Industriedesign in Helsinki und beeinflusste drei Jahrzehnte finnischer Designer. Sein Konzept des "optimalen Objekts", eines, das die ideale Beziehung zwischen Mensch und Massenprodukten widerspiegelt, bleibt ein Prüfstein der nordischen Designphilosophie.
Die Auszeichnungen folgten stetig: Goldmedaille auf der Mailänder Triennale (1951), Lunning-Preis (1955), Compasso d'Oro (1957) sowie sowohl das diplôme d'honneur als auch der Grand Prix auf späteren Triennalen. Seine Werke sind unter anderem im MoMA in New York und im Design Museum in Helsinki vertreten. Ein Designpreis, der seinen Namen trägt, wird jährlich vom Design Forum Finland verliehen.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt erzielt Francks Studioglas für Nuutajärvi die höchsten Preise, wobei Skulpturen wie "Ruda" über 22.000 SEK und "Kremlin Bells"-Karaffen rund 21.000 SEK erzielen. Seine Werke werden häufig auf finnischen Auktionen wie Hagelstam & Co, Stockholms Auktionsverk Helsinki und Bukowskis Helsinki angeboten, was seine tiefen Wurzeln in der finnischen Designtradition widerspiegelt. Mit 229 auf Auctionist erfassten Losen reicht der Markt von erschwinglichen Kartio-Gläsern bis hin zu Studioglas in Museumsqualität.