
KünstlerNorwegiangeb.1882–gest.1956
Julie de Holmberg Krohn
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Julie de Holmberg Krohn wurde am 12. Mai 1882 in der russischen Region Kursk in eine aristokratische Familie russisch-schwedisch-finnischer Abstammung geboren. Ihr Vater hatte einen hohen Offiziersrang, und ihre Erziehung im zaristischen Russland ermöglichte ihr früh den Zugang zum kulturellen Leben eines Landes im Wandel. Sie kam durch eigenen Ehrgeiz und durch die Kreise, in die sie nach ihrer Heirat mit dem norwegischen Maler Xan Krohn im Jahr 1907 eintrat, zur Malerei.
Nach ihrer Heirat ließ sich das Paar an verschiedenen Orten in ganz Russland nieder. Abgesehen von prägenden Studienaufenthalten in Paris und Italien blieben sie bis zur Revolution, die sie 1917 zur Flucht zwang, in Russland. Eines der ungewöhnlichsten Kapitel dieser Jahre waren drei Saisons im Kaukasus, wo Julie und Xan gemeinsam Fresken für das Georgische Museum in Tiflis malten. Nur wenige norwegisch-verbundene Künstler ihrer Generation konnten eine so direkte Auseinandersetzung mit monumentaler dekorativer Malerei im Kaukasus für sich beanspruchen.
1911 veranstaltete das Kaiserliche Museum für Kunst, Industrie und Wissenschaft in Kiew eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „Gemälde von Christian und Julia Krohn“, die 102 Werke von Xan und 18 von Julie präsentierte. Die Ausstellung wurde später nach Oslo verlegt und gab dem norwegischen Publikum einen ersten umfassenden Einblick in ihr Werk. Ihre Leinwände aus dieser Zeit zeigten bereits die charakteristische Farbensicherheit, die ihren reifen Stil prägen sollte: kräftige Töne, verankert durch dunkle Konturen, die mit breitem Pinselstrich gezogen wurden.
Nach 1917 ließ sich das Paar in Norwegen nieder, obwohl Julie die rastlosen Gewohnheiten einer Reisenden beibehielt und häufig nach Paris, Südeuropa und Nordafrika reiste. Sie malte weiterhin ihre flüchtigen Eindrücke von Landschaften und Interieurs an diesen Orten. Am hartnäckigsten im Auktionsrekord und in der Erinnerung der Sammler haben sich jedoch ihre Blumenbilder gehalten. Sie entwickelte einen Ansatz für das Genre, der ihr Werk von der konventionellen skandinavischen Blumenmalerei der Zeit abhebt: große Topfpflanzen, die direkt in Fensterrahmen platziert sind, so dass die durch das Glas sichtbare Garten- oder Straßenlandschaft zu einer zweiten Ebene der Komposition wird. Die Pflanzen sind mit demselben sicheren Pinselstrich und derselben gesättigten Palette wiedergegeben, die all ihre stärksten Werke kennzeichnen.
Julie de Holmberg Krohn starb am 10. April 1956 in Oslo. Ihre Gemälde erscheinen regelmäßig auf norwegischen Auktionen, wobei ihre Topfpflanzen-Fensterkompositionen die höchsten Preise erzielen. Auktionsrekorde zeigen Verkäufe bei Grev Wedels Plass Auksjoner und Nyborgs Auksjoner, wobei ihr Werk „Potteplante i vindu“ 34.000 NOK erreichte. Sie bleibt eine markante Figur an der Schnittstelle von russischer aristokratischer Kultur und der norwegischen postimpressionistischen Tradition.