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Josef Frank
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Josef Frank wurde am 15. Juli 1885 in Baden bei Wien, Österreich, in eine jüdische Familie mit Wurzeln in Heves, Ungarn, geboren. Er studierte von 1903 bis 1908 Architektur an der Technischen Hochschule (heute TU Wien), wo er von der Wiener Tradition der Integration von Architektur, Handwerk und Innenarchitektur beeinflusst wurde. Gemeinsam mit Oskar Strnad trug er zur Gründung dessen bei, was als Wiener Schule der Architektur bekannt wurde und das Wohnen und den persönlichen Ausdruck über dogmatische Formen stellte.
In den 1920er Jahren arbeitete Frank als Architekt in Wien, entwarf Sozialwohnungen während der Periode des „Roten Wien“ und beteiligte sich an der Werkbundbewegung. Er war ein früher Modernist, wurde aber zunehmend kritisch gegenüber den puritanischen Tendenzen der Bewegung und lehnte Le Corbusiers Vorstellung vom Haus als „Maschine zum Wohnen“ ab. 1925 gründete er mit seinem Kollegen Oskar Wlach die Innenarchitekturfirma Haus und Garten, die sowohl kritischen als auch kommerziellen Erfolg hatte. Frank trug 1927 zur Weissenhofsiedlung in Stuttgart bei und entwarf und möblierte ein Doppelhaus, das seine Vorliebe für Wärme, Farbe und eklektische Dekoration gegenüber strenger Uniformität zeigte.
Frank war Jude, und als der Antisemitismus in Österreich zunahm, verließ er 1933 mit seiner schwedischen Frau Anna das Land. Seine ausdrucksstarken, farbenfrohen Designs hatten bereits die Aufmerksamkeit von Estrid Ericson, der Gründerin der Stockholmer Designfirma Svenskt Tenn, auf sich gezogen. Ihre kreative Partnerschaft, die 1932 begann und bis zu Franks Tod andauerte, prägte maßgeblich sowohl die Identität der Firma als auch die Richtung des schwedischen Innenarchitektur. Gemeinsam stellten sie auf den Weltausstellungen in Paris (1937) und New York sowie San Francisco (1939) aus, wo ihr kühner Einsatz von kontrastierenden Materialien, Farben und Mustern gegen den vorherrschenden Minimalismus auffiel.
Als Deutschland 1940 Dänemark und Norwegen besetzte, ging Frank erneut ins Exil, diesmal nach New York, wo er an der New School for Social Research lehrte. In diesen Jahren schuf er viele seiner gefeiertsten Textilmuster, darunter Manhattan, Hawaii, Vegetable Tree, Green Birds und California, die alle von Svenskt Tenn produziert wurden. Seine Textildesigns, von denen über 160 exklusiv für Svenskt Tenn bestimmt waren (mit insgesamt über 250 Musterentwürfen), greifen botanische Motive, Volkskunsttraditionen und imaginäre Landschaften auf, die in dichten, farbenfrohen Kompositionen wiedergegeben werden. Nach dem Krieg kehrte er nach Schweden zurück und entwarf weiterhin Möbel, Interieurs und Textilien für Svenskt Tenn. Seine Möbel zeichnen sich durch leichte, bewegliche Formen aus, oft mit dampfgebogenen Holzarmlehnen und Lattenrücken. Der Flora Cabinet (Modell 852), verziert mit botanischen Drucken aus Nordens Flora, gehört zu seinen meistgesammelten Möbelstücken.
Frank starb am 8. Januar 1967 in Stockholm. Obwohl er im Alter von fast fünfzig Jahren nach Schweden emigrierte, wird er heute weithin als einer der bedeutendsten Designer des Landes anerkannt.
Mit rund 958 Losen auf Auctionist gehören Franks Designs zu den am aktivsten gehandelten auf dem nordischen Markt. Svenskt Tenn-Textilien, insbesondere Vintage-Meterware und Vorhänge in Mustern wie Vegetable Tree, Hawaii und Manhattan, tauchen häufig auf. Der Flora Cabinet und andere Svenskt Tenn-Möbelstücke stoßen auf großes Interesse, wobei frühe Exemplare in gutem Zustand Prämien erzielen. Seine Arbeiten sind ein fester Bestandteil bei Bukowskis, Stockholms Auktionsverk und in den mit Auctionet verbundenen Häusern in Schweden.