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KünstlerAustriangeb.1864–gest.1941

Josef Engelhart

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Geboren am 19. August 1864 in Wien, wuchs Josef Engelhart in einer Stadt am Rande einer künstlerischen Revolution auf. Sein Vater hatte praktische Ambitionen für ihn, und Engelhart studierte zunächst am technischen Institut in Wien – doch gleichzeitig besuchte er heimlich die Kunstakademie der Stadt, eine Doppelleben, das etwas über die Entschlossenheit aussagt, die seine Karriere prägen sollte.

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Seine formale Ausbildung schloss er an der Münchner Akademie ab und verbrachte dann ab etwa 1890 längere Zeit in Paris, wo er den Einfluss des französischen Impressionismus aufnahm. Diese Jahre im Ausland prägten seinen Umgang mit Licht und Farbe, und die Pariser Erfahrung floss direkt in die gelöste Pinselführung ein, die seine Wiener Genrebilder auszeichnet. Er reiste auch nach Spanien und Italien, und die spanischen Szenen – Arbeiter in einer Zigarrenfabrik in Sevilla, Straßenecken in Andalusien – wurden zu einigen seiner lebendigsten Werke.

Ende der 1890er Jahre war Engelhart in Wien im Zentrum eines Generationsbruchs mit dem konservativen Kunstestablishment. 1897 gehörte er zusammen mit Gustav Klimt, Koloman Moser und Josef Hoffmann zu den Gründungsmitgliedern der Wiener Secession. Die Secession hatte es sich zum Ziel gesetzt, internationale Strömungen in die österreichische Kunst zu bringen und den Künstlern die Kontrolle darüber zu geben, wie ihre Werke gezeigt wurden. Engelhart war zweimal ihr Präsident – 1899-1900 und erneut 1910-11 – und blieb der Organisation durch ihre internen Brüche treu, einschließlich des Austritts der Klimt-Gruppe im Jahr 1905.

Seine Gemälde aus der Zeit um 1900, als er auf dem Höhepunkt seines Ansehens stand, konzentrieren sich auf die menschliche Figur in Wiener Umgebungen: Gartenlokale, Theaterlogen, Straßenszenen, häusliche Interieurs. Er malte Akte, Porträts und Volksfiguren mit gleicher Geläufigkeit, und sein Auge für die Textur des Alltagslebens in einer großen europäischen Hauptstadt brachte ihm den inoffiziellen Titel „König der Straße“ ein. Werke aus dieser Zeit fanden Eingang in die Sammlung des Belvedere in Wien, darunter ein Selbstporträt mit Zylinder aus dem Jahr 1892 und Ansichten aus seinem Atelierfenster.

Ab 1903 arbeitete er zunehmend in der Bildhauerei und reiste zu Studienzwecken nach Griechenland und Ägypten. Zu seinen öffentlichen Aufträgen in Wien gehören das Waldmüller-Denkmal im Rathauspark, das an den Maler Ferdinand Georg Waldmüller erinnert, und der Borromäusbrunnen. Er schrieb auch eine Autobiografie, „Ein Wiener Maler erzählt – Mein Leben und meine Modelle“, die 1943 veröffentlicht wurde – obwohl der Großteil der Auflage bei einem Bombenangriff zerstört wurde, sodass nur eine Handvoll Exemplare erhalten blieben. Er starb am 19. Dezember 1941 in Wien.

Auf dem Auktionsmarkt erscheint Engelharts Werk hauptsächlich über die großen Wiener Häuser. Bei Auctionist wurden seine 16 indexierten Lose fast ausschließlich von im Kinsky in Wien bearbeitet, wobei Papierarbeiten und Gemälde in Öl und Mixed Media vertreten sind. Verzeichnete Preise beinhalten 2.500 EUR für eine Zigarrenfabrik-Szene in Sevilla und 1.700 EUR für ein Aquarell mit allegorischen Figuren. Spanische Motive und Wiener Genrebilder bilden den Kern dessen, was auf dem Auktionsmarkt zirkuliert.

Bewegungen

Vienna SecessionImpressionismJugendstil

Medien

Oil on panelWatercolorMixed mediaChalkSculpture

Bemerkenswerte Werke

Selbstporträt mit Zylinder1892oil on canvas
Loge im Sophiensaal1903oil on canvas
Waldmüller-Denkmalsculpture
Borromäus-Brunnensculpture

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