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Johann Baptist Homann

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Johann Baptist Homann wurde am 20. März 1664 in Oberkammlach, einem kleinen Dorf in Bayern, geboren. Seine frühe Erziehung wurde von den Jesuiten geprägt, und für eine Zeit fühlte er sich zum Klosterleben hingezogen, doch 1687 konvertierte er zum Protestantismus und verließ diesen Weg. Er ließ sich in Nürnberg nieder, wo er als Notar für Zivilrecht tätig war, während er sich im Stillen die Techniken des Kupferstichs aneignete. Ein Studienaufenthalt in Wien in den frühen 1690er Jahren schärfte sein Handwerk, und bis 1702 hatte er in der Stadt seinen eigenen Verlag gegründet.

Nürnberg war bereits ein Druckzentrum mit tiefen Traditionen im wissenschaftlichen und kommerziellen Verlagswesen, und Homann positionierte sich innerhalb dieser Tradition, fügte aber etwas Neues hinzu. Seine frühen Werke waren umfangreich und vielfältig und umfassten Europa, Amerika, Asien und den Himmel. Sein erster bedeutender Atlas, der Neuer Atlas mit 33 Karten, erschien 1707, und eine stark erweiterte Ausgabe mit 60 Karten folgte 1710. Das Publikationstempo war bemerkenswert, und 1715 ernannte Kaiser Karl VI. Homann zum Kaiserlichen Geographen und verlieh ihm eine Form des frühen Urheberrechtsschutzes, das „Privileg“, das seiner Firma einen kommerziellen und reputativen Vorteil verschaffte. Im selben Jahr wurde er auch in die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin aufgenommen.

Der visuelle Charakter von Homanns Karten basierte auf der Barocktradition: aufwendige Kartuschen, allegorische Figuren, dekorative Ränder und satte, handaufgetragene Farben. Der Inhalt basierte jedoch auf ernsthafter geografischer Forschung. Er korrespondierte mit und stützte sich auf die Arbeit von Persönlichkeiten wie dem französischen Kartographen Guillaume Delisle, und seine Karten spiegelten die neuesten verfügbaren Vermessungsdaten und geografischen Kenntnisse aus dem expandierenden Netzwerk der europäischen Entdeckungen und wissenschaftlichen Beobachtungen wider. Sein Meisterwerk von 1716, der Große Atlas über die ganze Welt, vereinte seine ambitioniertesten kartografischen Aussagen im globalen Maßstab. Seine Karten von Skandinavien, einschließlich des Blattes von 1716, das Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland abdeckte, berücksichtigten die geopolitischen Realitäten des Großen Nordischen Krieges, der sich damals noch in der Region abspielte.

Homann starb am 1. Juli 1724. Die Firma ging zunächst an seinen Sohn Johann Christoph Homann über, der 1730 starb, und danach an die Manager Johann Georg Ebersberger und Johann Michael Franz, die unter dem Namen Homannsche Erben weiter publizierten. Der Verlag blieb bis 1852 aktiv und gab über ein Jahrhundert nach dem Tod seines Gründers aktualisierte Atlanten und Karten heraus, was für die Qualität und kommerzielle Langlebigkeit des ursprünglichen Unternehmens spricht.

Auf Auctionist erscheint Homanns Werk in den Kategorien Sammlerstücke und Zeichnungen in 13 erfassten Losen, darunter Atlasbände und Einzelkarten von Amerika, Stockholm und der ganzen Welt. Artikel wurden bei Bruun Rasmussen in Lyngby, Balclis, Metropol und Borås Auktionshall angeboten. Das beste Ergebnis in unserer Datenbank ist ein Atlasband, das für 8.130 SEK verkauft wurde, wobei einzelne Karten von einigen hundert SEK bis über 1.000 DKK gehandelt wurden. Seine Werke werden auf dem nordischen Markt stetig gehandelt und sprechen sowohl KartenSammler als auch Liebhaber antiker Papierarbeiten mit dekorativem und historischem Wert an.

Bewegungen

Baroque cartographyGerman Enlightenment

Medien

Copperplate engravingHand-coloured mapsAtlases

Bemerkenswerte Werke

Neuer Atlas1707Copperplate atlas
Grosser Atlas uber die ganze Welt1716Copperplate atlas
Scandinavia complectens Sueciae, Daniae et Norvegiae Regna1716Hand-coloured copperplate map
Planiglobii Terrestris Cum Utroq. Hemisphaerio Caelesti1707Copperplate map

Auszeichnungen

Imperial Geographer, appointed by Holy Roman Emperor Charles VI1715
Member, Prussian Academy of Sciences, Berlin1715

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