
KünstlerNorwegiangeb.1852–gest.1912
Jakob Gløersen
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Jakob Gløersen wurde am 28. Mai 1852 in Nissedal, Telemark, als Sohn des Pfarrers Johan Gløersen und Charlotte Cecilie Dahl geboren. Er wuchs in einem ländlichen Pfarrhaus auf, das die Welt prägen sollte, die er im Laufe seiner Karriere malen wollte: das tägliche Leben und den Charakter der norwegischen Landschaft.
Seine formale Ausbildung begann an der Kristiansand Kathedralschule, wo er 1872 immatrikuliert wurde. Im selben Jahr begann er unter Olaf Isaachsen in Kristiansand Malerei zu studieren und schrieb sich anschließend an Knud Bergsliens Malereischule in Christiania ein, wo er von 1872 bis 1875 ausgebildet wurde. Weitere Studien führten ihn ins Ausland nach München, wo er um 1880 unter Otto Seitz arbeitete und den sorgfältigen Realismus und die disziplinierte Zeichenkunst aufnahm, die die deutsche akademische Malerei der Zeit kennzeichneten.
Gløersen gab 1881 sein öffentliches Debüt bei der Christiania Kunstforening. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er eine unverwechselbare Stimme in der norwegischen Genremalerei und konzentrierte sich auf die ländlichen Gebiete von Numedal, Valdres, Hadeland und Lillehammer. Seine Leinwände idealisierten selten ihre Motive. Landarbeiter, Jäger und Dorfbewohner erscheinen in einfachen Arbeitsumgebungen, dargestellt mit genauer Beobachtung und einer gedämpften Tonpalette. Dieser unsentimentale Ansatz hob ihn von den romantischeren Visionen des norwegischen Bauernlebens ab, die im frühen 19. Jahrhundert verbreitet waren.
Internationale Anerkennung folgte in schneller Folge: eine Silbermedaille in Paris 1889, gefolgt von einer Goldmedaille in München 1891. Diese Auszeichnungen bestätigten seinen Status als einer der erfolgreichsten norwegischen Maler seiner Generation, der in der realistischen Tradition arbeitete. Ein Reisestipendium im Jahr 1893 ermöglichte ihm Besuche in Kopenhagen, Amsterdam, Antwerpen und Paris, was seine Auseinandersetzung mit der europäischen Malerei in einem prägenden Moment seiner mittleren Karriere erweiterte.
Sein Werk fand Eingang in die Nationalgalerie Norwegens, wo Gemälde wie 'På rugdepost' (1887) und 'Vinterdag' (1900) in der Sammlung verbleiben. Weitere dokumentierte Werke sind 'Besøk hos bestemor' (1891), 'Farm Interior' (1905) und 'A Farmhouse in Summer Rain' (1909). Im Jahr 1910 würdigte der norwegische Staat seinen Beitrag zur Kunst mit der Verleihung der St. Olavs Medaille.
Gløersen starb am 21. August 1912 in Kristiania im Alter von sechzig Jahren. Seine Auktionsergebnisse bei Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo zeugen von anhaltendem Sammlerinteresse an seinen ländlichen Genreszenen, wobei Werke wie 'Wooer' und 'Rødrev' (1879) zu den gefragtesten bei Verkäufen gehören.