
KünstlerNorwegiangeb.1847–gest.1920
Jahn Ekenæs
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Geboren 1847 in Hof, Vestfold, reifte Jahn Ekenæs als Maler in einem der prägendsten Jahrzehnte für die norwegische Kunst heran. Seine frühe Ausbildung bei J.F. Eckersberg von 1866 bis 1868 gab ihm eine solide technische Grundlage, die er dann von 1869 bis 1870 an der Kunstakademie in Kopenhagen vertiefte. Seine Jahre in München von 1872 bis 1874 prägten die Richtung seiner Karriere am entscheidendsten. Bei den Genremalern Otto Seitz und Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren lernte Ekenæs den Appetit der bayerischen Hauptstadt auf erzählende Malerei, die auf beobachtetem Landleben wurzelt, auf.
München in den 1870er Jahren fungierte als Gravitationszentrum des norwegischen Realismus und zog eine Generation von Malern an, die ihre Arbeit auf die direkte Beobachtung gewöhnlicher Menschen gründen wollten. Ekenæs fügte sich natürlich in dieses Milieu ein und entwickelte eine kräftige, direkte Technik, die sich zur Erfassung der Körperlichkeit seiner Motive – Bauern, Fischer und Frauen in regionaler Tracht – eignete. Seine Leinwände besitzen eine Unmittelbarkeit, die sie von den polierteren akademischen Arbeiten der Zeit unterscheidet.
Was Ekenæs von vielen seiner Zeitgenossen unterscheidet, ist sein Einsatz von Fotografie als Arbeitsmittel. Er baute ein Archiv selbst aufgenommener Fotografien auf, hauptsächlich von norwegischen Bauern und Fischern, die er als Studien für seine Gemälde konsultierte. Dieser methodische Ansatz ermöglichte es ihm, Gestik, Kleidung und Umgebung mit ungewöhnlicher Präzision wiederzugeben, ohne dass er lange Zugang zu seinen Modellen hatte. Die Praxis spiegelt sowohl den Pragmatismus als auch den dokumentarischen Instinkt wider, der sich durch sein Werk zieht.
Nach langen Jahren im Ausland kehrte Ekenæs 1894 nach Norwegen zurück und ließ sich in Åsgårdstrand nieder, der kleinen Küstenstadt in Vestfold, die in derselben Zeit auch Edvard Munch anzog. Seine Werke fanden besonders in Deutschland Anklang, wo der Geschmack für robuste Genreszenen ein dankbares Publikum fand. Das Norwegische Nationalmuseum in Oslo beherbergt mehrere seiner Werke, darunter "Gutt med langpipe" (1878), "From Kittelviken at Lake Krøderen" (1881) und "Portrait of a Little Girl" (1880).
Auf Auktionen erscheint Ekenæs fast ausschließlich über Grev Wedels Plass Auksjoner, die alle 25 in der Auctionist-Datenbank erfassten Objekte bearbeitet hat. Sein stärkstes Ergebnis ist "Laundry on the Ice" (1891), das für 1.600.000 NOK verkauft wurde – eine Summe, die ihn fest in die obere Riege der norwegischen Genremaler des 19. Jahrhunderts einordnet. Weitere bemerkenswerte Verkäufe sind "Isfiske" (1910) für 340.000 NOK und zwei Werke zu je 260.000 NOK. Die Preisspanne spiegelt das konstante Sammlerinteresse an seinen ländlichen und winterlichen Motiven wider.