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Ingmar Relling

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Ingmar Relling wurde am 12. Mai 1920 in Sykkylven geboren, einer kleinen Stadt an der Westküste Norwegens, die sich zu einer der produktivsten Möbelregionen des Landes entwickeln sollte. Er studierte an der Norwegischen Nationalen Akademie für Handwerk und Kunstindustrie in Oslo und schloss sein Studium 1947 unter dem Einfluss des Architekten Arne Korsmo ab, dessen funktionalistische Prinzipien Rellings Ansatz in Bezug auf Form, Material und Konstruktion prägten. Nach seinem Abschluss arbeitete Relling im Osloer Designstudio Rastad & Relling Tegnekontor, bevor er 1950 sein eigenes Studio in Sykkylven gründete.

Relling entwarf in den 1950er und frühen 1960er Jahren Möbel mit Schwerpunkt auf Ergonomie und ehrlichem Materialeinsatz, hauptsächlich aus gebogenem Holz und natürlichen Polstern. Sein Ansatz entsprach der breiteren skandinavischen Designbewegung der Nachkriegszeit: Objekte sollten funktional, gut konstruiert und zugänglich sein – weder streng noch rein dekorativ. Seine Zusammenarbeit mit dem lokalen Hersteller Westnofa gab ihm einen Produktionspartner, der seine präzisen strukturellen Anforderungen umsetzen konnte.

1965 nahm Relling an einem Wettbewerb des Norwegischen Möbel- und Einrichtungsrats teil und gewann den ersten Preis mit dem Sessel Siesta, der in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Knut Relling entworfen wurde. Der Sessel verwendet einen Rahmen aus gebogenem und laminiertem Buchenholz in Kombination mit einer Sitzschale aus Leder oder Stoff und ermöglicht eine großzügige Liegeposition, ohne die strukturelle Raffinesse zu beeinträchtigen. Der Siesta ging bei Westnofa in Produktion und erwies sich als großer kommerzieller Erfolg, mit weltweit über 800.000 verkauften Exemplaren. Zu seinen namhaften Käufern gehörte der US-Präsident Jimmy Carter, der sechzehn Siesta-Sessel für das Weiße Haus bestellte. Das Design wurde in die ständigen Sammlungen des Victoria and Albert Museum in London, des Cooper-Hewitt in New York, der Neuen Sammlung in München und des Nationalmuseums in Oslo aufgenommen.

Neben dem Siesta entwarf Relling weitere Möbelstücke, darunter den Sessel Tema (1973) für Vestlandske Møbelfabrikk, ein Loungemöbel mit Stahlrahmen und dicker Lederpolsterung, das das strukturelle Vokabular des Siesta in eine kantigere Formensprache erweiterte. Er arbeitete bis ins hohe Alter als Designer und Architekt in Sykkylven.

Relling erhielt 1978 den Jacob-Preis und 1999 die Königliche Verdienstmedaille. Der Siesta wurde 1992 vom Norwegischen Designrat mit dem Classic Award for Design Excellence ausgezeichnet. Relling starb am 25. September 2002. Auf Auktionen erscheint sein Werk fast ausschließlich als Sessel Siesta und verwandte Sitzmöbel. Von 47 erfassten Objekten auf dem nordischen Markt sind 44 als Stühle und Sessel kategorisiert. Der Handel war aktiv bei Stockholms Auktionsverk Hamburg, Auktionsverket Engelholm und Palsgaard Kunstauktioner, wobei Spitzenpreise von 3.984 EUR erzielt wurden und Paare typischerweise im Bereich von 2.500-3.000 SEK gehandelt wurden.

Bewegungen

Scandinavian ModernMid-Century ModernNordic Functionalism

Medien

Bent Laminated WoodLeatherSteel

Bemerkenswerte Werke

Siesta lounge chair for Westnofa (1965)
Tema armchair for Vestlandske Møbelfabrikk (1973)
Siesta ottoman for Westnofa (1965)

Auszeichnungen

First Prize, Norwegian Furniture Industry Council competition (1965)1965
Jacob Prize (1978)1978
Classic Award for Design Excellence, Norwegian Design Council (1992)1992
King's Medal of Merit (1999)1999

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