
KünstlerHungarian / Austro-Hungariangeb.1838–gest.1912
Hermann Armin Kern
0 aktive Artikel
Hermann Armin Kern wurde am 14. März 1838 in Liptóújvár, im damaligen Königreich Ungarn, dem heutigen Liptovský Hrádok in der Slowakei, geboren. Sein Vater, der Arzt Benjamin von Kern, erkannte früh das Talent seines Sohnes und finanzierte eine strenge künstlerische Ausbildung an mehreren europäischen Akademien. Kern begann seine formale Ausbildung mit sechzehn Jahren in Levoča, zog nach Prag, um unter J.B. Klemens zu studieren, und schrieb sich dann an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter C. Rahl ein. Es folgten zwei Jahrzehnte des Studiums, darunter Aufenthalte in Düsseldorf im Jahr 1867 und, am prägendsten, in München im Jahr 1870, wo er unter dem Historienmaler Karl von Piloty arbeitete und eine Freundschaft mit Franz von Defregger schloss, die die menschliche Wärme seiner Genremalerei beeinflussen sollte.
Kern baute seine frühe Karriere in Budapest auf, wo er als Porträt- und Genremaler tätig war, bevor er 1880 mit beträchtlichem Erfolg in Wien ausstellte. Der Zeitpunkt fiel mit einer starken Nachfrage von Wiener Sammlern nach intimen häuslichen Motiven, die in der akademischen Tradition ausgeführt wurden, zusammen, und Kerns Werk entsprach genau diesem Bedürfnis. Kaiser Franz Joseph I. wurde auf ihn aufmerksam und ernannte ihn zum Hofmaler, eine Position, die sowohl seinen technischen Rang als auch seine breite Anziehungskraft bestätigte. Er ließ sich mit seiner Familie in Wien nieder, wo er bis zu seinem Tod 1912 in Maria Enzersdorf tätig blieb.
Seine Gemälde sind um eine Reihe wiederkehrender Charaktere und Situationen aufgebaut. Alte Männer bevölkern seine Leinwände am konsequentesten: allein in unordentlichen Interieurs, über einem Buch gebeugt, sich um einen Topf kümmernd, eine Geige untersuchend, an einem Tisch dösend. Die Szenen sind warm, aber nicht süßlich – Kern interessierte sich für die Textur der gelebten Routine, für die angesammelten Objekte eines langen Lebens und die stille Vertiefung einsamer Arbeit. Er malte auch Zigeuner, die Musik machten, Tavernenversammlungen, spielende Kinder und Handwerker bei der Arbeit (Geigenbauer, Uhrmacher, Obstverkäufer), immer mit dem gleichen Blick für physische Details und sanftes atmosphärisches Licht.
Neben der Malerei war Kern ein versierter Pianist und Freund des Komponisten Franz Liszt, eine Verbindung, die von den kulturellen Kreisen spricht, in denen er während der Wiener Jahre verkehrte. 1885 vollendete er die Deckenmalerei des Theaters von Szeged, eine seiner wenigen groß angelegten öffentlichen Aufträge.
Auf dem Auktionsmarkt ist Kerns Werk seit den späten 1990er Jahren regelmäßig auf Auktionen vertreten. Sein internationales Rekordergebnis liegt bei 25.634 USD für "The Hunter and The Fiddler", verkauft bei Christie's South Kensington im Jahr 1999. Auf Auctionist sind alle 25 erfassten Lose bei im Kinsky in Wien über die Bühne gegangen, was die starke zentraleuropäische Nachfrage nach seinem Werk widerspiegelt. Das Spitzenergebnis in der Datenbank sind 6.500 EUR für "Susse Last", wobei Genremalereien von Handwerkern und Interieurs durchweg die wettbewerbsfähigsten Gebote erzielen. Die Kategorien umfassen dekorative Kunstkontexte und Gemälde in etwa gleichen Anteilen, was darauf hindeutet, dass seine Arbeit sowohl Einrichter als auch Sammler akademischer Malerei anspricht.