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Herman Fogelin
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Herman Fogelin wurde am 29. Juli 1947 in Uddevalla an der schwedischen Westküste geboren, einer Region, deren maritimer Charakter – ihr Licht, ihre Fischereikultur und ihre wilde Küstenlinie – als leiser Faden durch einen Großteil seines Schaffens läuft. Er wuchs fernab der großen Kunstinstitutionen auf, doch sein Weg zur Keramik war direkt und engagiert: 1970 schrieb er sich an der Konstindustriskolan in Göteborg ein und studierte bis 1974 unter Lehrern wie Carl-Harry Stålhane, dem Meister der Steinzeugkeramik, dessen Einfluss eine Generation schwedischer Keramikkünstler prägte.
Fogelin verbrachte praktisch sein gesamtes Berufsleben in Göteborg, zentriert im Stadtteil Kvarnberget. Sein Schaffen umfasste ein breites Spektrum: reich gefärbte Steinzeuggefäße, die in Fayencetechnik gefertigt wurden, kühne Sgraffito-Dekorationen und ab den 1980er Jahren skulpturale Arbeiten aus grobem Schamotteton, Beton und Keramikfliesen. Der figurative Impuls war konstant – Fische, Tiere und die menschliche Form tauchen in seinem Werk auf, auf eine Weise, die der üppigen dekorativen Welt der finnischen Keramikerin Birger Kaipiainen, die Fogelin als künstlerische Inspiration anerkannte, etwas verdankt. Doch Fogelins Handschrift war eindeutig seine eigene: erdig, manchmal rau, dem Paradox von schwerem Material, das ausdrucksstark gemacht wird, zugeneigt.
Er war ebenso ein engagierter Gemeinschaftsbildner wie ein Studionkünstler. Etwa vierzig Jahre vor seinem Tod war er Mitbegründer des Galleri Lerverk in Göteborg, einer Galerie, die sich Keramik und Glas widmete und zu einem wichtigen Treffpunkt für Kunsthandwerker in der Region wurde. Er unterrichtete an der Konstindustriskolan und an der KV Konstskola und wurde in Anerkennung seines langjährigen Engagements für die Institution zum Ehrenmitglied von Lerverk ernannt.
Öffentliche Aufträge brachten seine Werke in den Alltag in ganz Göteborg. Seine Keramiken sind im Lundbytunneln, in der Feuerwache Gårda und im Universitätsklinikum Sahlgrenska zu finden. Die Forschungsbibliothek des Karolinska Instituts in Stockholm beherbergt ebenfalls ein Werk von Fogelin. Diese Aufträge waren substanziell genug, um seinen Namen fest in der visuellen Landschaft der Stadt zu verankern.
Die Qualität seiner Arbeit wurde 2010 formell anerkannt, als er den Kulturpreis von Göteborgs Spårvägar – der Straßenbahngesellschaft der Stadt – erhielt und eine Straßenbahn zu seinen Ehren nummeriert wurde. Seine Werke wurden an internationalen Orten ausgestellt, darunter das Nordic Heritage Museum in Seattle und Keramion in Frechen, Deutschland, sowie im heimischen Röhsska Museum in Göteborg. Er ist in der ständigen Sammlung des Nationalmuseums in Stockholm vertreten.
Fogelin starb am 20. November 2020 in Göteborg. Im Sommer 2021 fand im Galleri Lerverk eine Gedenkausstellung statt. Auf Auctionist sind seine 27 Objekte überwiegend Keramiken, die über Göteborgs Auktionsverk und Stockholms Auktionsverk Göteborg verkauft wurden. Die verzeichneten Preise sind bescheiden – eine signierte Steinzeug-Fischskulptur erzielte 1.000 SEK, ein Paar Steinzeugkelche/Vasen 850 SEK – und spiegeln den Sekundärmarkt für seine kleineren Stücke wider und nicht das Ausmaß seiner öffentlichen und institutionellen Arbeiten.