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KünstlerSwedish

Henning Nilsson

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Henning Sigfrid Nilsson wurde am 7. Oktober 1907 in Välinge, Skåne, in eine Welt geboren, die weit entfernt von der Keramikwerkstatt war, die er eines Tages zu seiner eigenen machen sollte. Sein Weg zum Ton war indirekt – er kam als reifer Handwerker dazu, getrieben von Neugier auf Glasuren, nicht von formaler Schulbildung. Er begann mit Experimenten beim Brennen in einem provisorischen Ofen, und was ihn von Anfang an fesselte, war nicht die Formgebung, sondern die chemische Umwandlung im Ofen: die tiefen, unvorhersehbaren Rottöne der Ochsenblutglasur.

In den 1940er Jahren wurde Nilsson der erste Keramiker in Schweden, der die Ochsenblutglasur erfolgreich wiederbelebte – eine Technik mit Wurzeln in der antiken chinesischen Keramik, bei der eisenreiche Glasuren, die in reduzierender Atmosphäre gebrannt werden, Farben von tiefem Karmesinrot bis fast Schwarz hervorbringen. Die Reproduktion dieses Effekts erfordert eine präzise Kontrolle der Ofenatmosphäre und -temperatur, und Nilsson löste das Problem weitgehend allein, indem er sich nach einem kurzen formellen Kurs, der sein Interesse nicht fesseln konnte, im Selbststudium das Drehen auf der Töpferscheibe beibrachte.

Bis 1954 hatte er sich in Höganäs niedergelassen, einer Stadt mit tiefen Verbindungen zur schwedischen Tonproduktion durch Höganäsbolaget, das industrielle Keramikunternehmen, das dort seit dem neunzehnten Jahrhundert tätig war. Nilsson nutzte die Öfen des Unternehmens, wenn seine eigenen nicht ausreichten, und baute sein Atelier in einer Gemeinschaft auf, die bereits reich an keramischem Wissen war. Dort gründete er zusammen mit Yngve Blixt, Ann Jansson, Claes Thell und Brita Mellander-Jungermann die Gruppe Keramiker i Höganäs. Die Gruppe betrieb eine gemeinsame Ausstellungshalle in Höganäs und brachte ihre Werke durch Wanderausstellungen einem Publikum in ganz Schweden nahe.

Seine Steinzeugobjekte – typischerweise Vasen und Schalen in klaren, zurückhaltenden Formen – waren dazu bestimmt, Glasur zu tragen. Die Ochsenblutoberfläche, die von Weinrot über Kupfer- und Lebertöne schattiert, ist ebenso das Thema jedes Stücks wie seine Gefäßfunktion. Aus seinem eigenen Atelier heraus wurde jedes Stück signiert und oft datiert, eine Praxis, die seine Produktion über Jahrzehnte hinweg nachvollziehbar gemacht hat.

1967 und 1968 erhielt Nilsson das Statens konstnärsstipendium (das schwedische staatliche Künstlerstipendium) und 1968 das Nathorst Boos stipendium. Seine Werke wurden in die ständige Sammlung des Nationalmuseums in Stockholm aufgenommen. Seine Söhne Vincent Nilsson (geb. 1939) und Roger Nilsson (geb. 1960) setzten beide die Keramik fort, wodurch die Werkstatt Nilsson zu einer dreigenerationellen Geschichte wurde. Henning Nilsson starb am 14. Januar 1993 in Höganäs.

Auf dem schwedischen Auktionsmarkt erscheinen Nilssons Steinzeugobjekte regelmäßig bei Auktionen in Skåne – Höganäs Auktionsverk, Crafoord Auktioner in Lund, Formstad Auktioner und Helsingborgs Auktionskammare verzeichnen die meisten seiner Auftritte. Die 20 in der Auctionist-Datenbank erfassten Objekte sind alle Keramik, wobei 19 als Keramik und Porzellan katalogisiert sind. Die Preise für seine mit Ochsenblut glasierten Vasen reichten von einigen hundert SEK bis zu 1.565 SEK für ein signiertes und datiertes Stück, was das bescheidene, aber stetige Sammlerinteresse an Studiokeramik aus dem Höganäs-Kreis widerspiegelt.

Bewegungen

Studio CeramicsSwedish Applied Arts

Medien

StonewareCeramics

Auszeichnungen

Statens konstnärsstipendium (1967)
Statens konstnärsstipendium (1968)
Nathorst Boos stipendium (1968)

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