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Helmut Friedrich Schäffenacker
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Helmut Friedrich Schäffenacker wuchs in Ulm auf, geboren 1921 als Sohn des Malers Otto Schäffenacker. Der familiäre Hintergrund in der bildenden Kunst prägte seine Empfindsamkeit früh, doch der Krieg unterbrach alles: 1940 eingezogen, diente er bis zur Kapitulation Deutschlands 1945 als Sanitäter und Fahrer bei der Waffen-SS. Er kehrte nach Ulm zurück und begann 1948 mit der Keramik, absolvierte 1949 eine formale Ausbildung bei dem Stuttgarter Bildhauer und Medailleur Rudolf Pauschinger. Im selben Jahr gründete er das Atelier Schäffenacker, das Studio, das die nächsten vier Jahrzehnte seines Arbeitslebens prägen sollte.
In den Anfangsjahren war die Produktion funktional – Vasen, Aschenbecher, Schalen, die über lokale Geschäfte verkauft wurden. Mitte der 1950er Jahre stellte Schäffenacker auf den Frankfurter Messen aus, und der Vertrieb expandierte über Westdeutschland hinaus in die Nachbarländer. Diese breitere Exposition fiel mit einer Veränderung seiner formalen Ambitionen zusammen. Ab den späten 1950er Jahren wurden Wandplatten mit Reliefdekor zu seinem Hauptmedium, zunächst figurativ – Pferde, Fische, Eulen und andere Tiere, dargestellt in einer Bildsprache, die gleichermaßen von archaischer Kunst und der Abstraktion der Mitte des Jahrhunderts geprägt war – und dann zunehmend skulptural und nicht-gegenständlich.
Die technische Signatur dieser Reliefs war das, was er die Brückentechnik nannte: Ein Fladen weichen Tons wurde gegen eine Gipsform gedrückt, sodass erhabene Stege die Oberfläche in Felder unterteilten, die jeweils mit einer separaten Glasur gefüllt werden konnten, ohne dass sich die Farben beim Brennen vermischten. Die Methode verlieh seinen Arbeiten eine Qualität kontrollierter Reichhaltigkeit – Glasuren sammelten und brachen sich über dem texturierten Ton auf eine Weise, die sich mit dem Licht veränderte, und die erhabenen Trennwände wirkten aus der Ferne wie zeichnerische Linien. In den 1950er Jahren arbeitete er hauptsächlich mit weißem Ton; ab den 1960er Jahren wechselte er fast ausschließlich zu rotem Steinzeug. Alle Stücke waren entweder Unikate oder wurden in streng limitierter Auflage von bis zu hundert Stück produziert, aus Gipsnegativen gegossen und von Hand fertiggestellt.
1960 verlegte Schäffenacker seine Werkstatt und Familie nach Ulm-Böfingen, wo er drei Öfen betrieb und zeitweise bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigte. Das Studio produzierte auch Skulpturen, Bronzearbeiten und Stücke aus Holz, Stein und Papier, aber die Keramik blieb der Kern. Er erhielt in dieser Zeit zahlreiche nationale und internationale Preise für seine Arbeit und baute sich einen Ruf auf, der ihn zu den technisch innovativsten westdeutschen Studiokeramikern der Nachkriegsjahrzehnte zählte – einer Generation, die den Wiederaufbau der materiellen Kultur zum Anlass nahm, neu zu überdenken, wie handwerkliche Objekte aussehen und bedeuten konnten.
Schäffenacker schloss die Öfen 1993, als das Alter die körperlichen Anforderungen der Keramikproduktion unzumutbar machte. Er arbeitete im folgenden Jahrzehnt weiterhin in anderen Medien. Er starb 2010 in Ulm im Alter von neunundachtzig Jahren.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheint Schäffenackers Werk durchweg in den Kategorien Kunstgewerbe und Keramik. Die zwanzig auf Auctionist erfassten Objekte wurden hauptsächlich über RA Auktionsverket Norrköping und Auktionshuset Kolonn verkauft, wobei Spitzenpreise von 920 SEK für eine glasierte Steinzeug-Wandplatte und 856 SEK für eine abstrakte Fischplatte erzielt wurden. Die im Umlauf befindlichen Stücke sind fast ausschließlich Wandreliefs und Gefäße, was die Arbeiten widerspiegelt, für die sein Studio am besten in Erinnerung geblieben ist.