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Helga Radener-Blaschke
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Ein Blumenarrangement auf einem Stuhl, eine Puppe vor einem farbigen Kissen, Geschwister im letzten Licht der 1960er Jahre – die Gemälde von Helga Radener-Blaschke kreisen mit trügerischer Einfachheit um häusliche Intimität. Die von ihr gewählten Objekte sind gewöhnlich, aber die Art und Weise, wie sie Farbe und Oberfläche handhabte, den Raum abflachte und das Muster sich durchsetzen ließ, verleiht selbst einem bescheidenen Stillleben eine stille Eindringlichkeit.
Geboren am 4. Februar 1922 in Plettenberg im Sauerland, stammte Radener-Blaschke aus einer Familie, die tief in der bildenden Kunst verwurzelt war. Ihr Vater Julius Blaschke war Architekt und BDA-Mitglied; ihre Mutter Beata Blaschke-Fontaine war Kunstlehrerin. Ihre formale Ausbildung begann sie 1947 an den Kölner Werkschulen, bevor sie von 1949 bis 1951 an die Textilingenieurschule in Krefeld wechselte. Es war die Textilarbeit, die ihr Auge zuerst für Muster, Rhythmus und das Gewicht von Farbe auf einer flachen Oberfläche schulte – Qualitäten, die sich durch ihre gesamte Karriere ziehen sollten.
1952 trat sie in die Kunstakademie Düsseldorf ein und studierte freie Malerei bei Ferdinand Macketanz. In den 1950er Jahren arbeitete sie auch als kommerzielle Illustratorin und schuf Modezeichnungen für Zeitschriften. Die beiden Wege verliefen parallel: Die professionelle Illustration schärfte ihre Zeichenkunst, während ihre Atelierarbeit Phasen informeller Abstraktion durchlief, beeinflusst vom Abstrakten Expressionismus, bevor sie fest zur figurativen Malerei zurückkehrte. Stillleben mit Gefäßen und Früchten, Porträts und Interieurs wurden zu ihren Hauptmotiven. Sie achtete besonders darauf, wie Objekte ihre harten Kanten verlieren, wenn sie in diffusem Licht gebadet werden, und wie Farbe emotionale Tiefe tragen kann, ohne auf Dramatik zurückzugreifen.
Ab den 1960er Jahren erhielt sie eine Reihe von groß angelegten Kunst-am-Bau-Aufträgen für öffentliche Räume in und um Düsseldorf. Diese monumentalen Werke griffen auf das ornamentale Vokabular zurück, das sie durch ihr Textilstudium entwickelt hatte – dekorative Register und rhythmische Wiederholungen, angewendet auf architektonische Oberflächen. 1977 wurde sie als erste Frau als ordentliches Vollmitglied in den Künstlerverein Malkasten aufgenommen, Düsseldorfs historische Künstlervereinigung, die 1848 gegründet wurde, eine Anerkennung ihres Ansehens in der lokalen Berufswelt. Einzelausstellungen folgten 1970 in der Orangerie des Schlosses Benrath und in der Galerie Petra Nostheide-Eÿcke. Sie starb am 25. März 2015 in Düsseldorf im Alter von 93 Jahren.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheint ihre Arbeit ausschließlich über die Düsseldorfer/Neusser Niederlassung von Stockholms Auktionsverk, die für alle 35 ihr zugeschriebenen Lose in der Datenbank verantwortlich ist. Zu den Spitzenresultaten gehören 'Blomvas med röd stol' für 12.800 SEK, 'Syskon' für 8.464 EUR und 'Blombukett i en blå vas' für 7.300 SEK. Die wiederkehrenden Motive – Blumen, Stoff, sitzende Figuren – bestätigen, dass das intime, farbgesteuerte Stillleben die primäre Form ist, durch die Sammler auf diesem Markt ihr Werk kennenlernen.